20.000 Hardcore-Fans feiern bei der "Syndicate"

Hart, härter, "Syndicate": Freunde von Hardcore, Hardstyle oder Hardtechno haben am Samstag in den Westfalenhallen gefeiert. Zu Deutschlands größtem Festival für harte, elektronische Musik kamen nach Angaben des Veranstalters rund 20.000 Besucher. Wir haben die Bilder - und die Bilanz der Polizei.

Dortmund. 18.08 Uhr: Polizei veröffentlicht Bilanz

Die Bundespolizei hat am Samstag verstärkt anreisende "Syndicate"-Besucher kontrolliert - in Zivil und Uniform. Die Bilanz: Bei 23 Menschen fanden sie Drogen, darunter Ecstasy, Speed und Marihuana. 20 von ihnen erwartet jetzt ein Verfahren wegen Verstößen wegen das Betäubungsmittelgesetz.

Ein 25-jähriger Berliner versuchte es mit einer Ausrede: Als am Sonntagmorgen gegen 7 Uhr Beamte bei ihm 78 Ecstasy-Pillen und 19 Konsumeinheiten Speed fanden, sagte er, das Zeug müsse ihm jemand in der Garderobe untergejubelt haben. Allerdings ist der Berliner bereits wegen zahlreicher Drogendelikt bei der Polizei bekannt.

15.30 Uhr: "Syndicate" als internationaler Pflichttermin

Durchsichtige Netzoberteile, schwarze Hotpants, bauchfrei oder mit Szene-T-Shirts: Über die Mode und das Aussehen der Gäste kann man jedes Jahr aufs Neue geteilter Meinung sein, wie bei der Musik auch. Doch eins stand dieses Jahr wieder fest: die "Syndicate" in den Westfalenhallen ist ein musikalisches Riesenspektakel, das von Samstag auf Sonntag rund 20.000 Besucher in die Hallen zog.

Brachial und basslastig

Bereits zum neunten Mal wurde die Halle 1 sowie drei weitere zum musikalischen Mekka der Freunde von Hardcore, Hardstyle oder Hardtechno - allesamt Musikrichtungen fernab von Harmonien und Gesang, eher den brachialen, basslastigen und monoton scheppernden Elektroklängen zuzuschreiben. Für die Anhänger dieser Richtung ist die Syndicate ein jährlicher Pflichttermin, sodass viele aus den Beneluxländern, Frankreich oder Polen nach Dortmund kamen.

Deutschlands größtes Festival für harte, elektronische Musik bot in diesem Jahr über 40 angesagte Acts und Künstler auf vier Floors - und die Möglichkeit, von 20 Uhr abends bis sieben Uhr morgens durchzutanzen. Wobei letzteres eher im Stakkato-Stil geschah: kurze, abgehakte Tanzschritte, asynchrone Armbewegungen und dieses meistens auf der Stelle. Doch kombiniert mit den riesigen, pompösen und sehr aufwendigen Licht-, Laser- und Pyro-Installationen war das Gesamterlebnis extrem beeindruckend.

Markenzeichen Hockeymaske

In der Halle 1, dem Floor "Masters of Hardcore", traten vor meterhohen, raumschiffartigen und perfekt inszenierten Lichtelementen die Stars der internationalen Szene auf. Dazu zählten Künstler wie Korsakoff, Miss K8, Neophyte Records Allstars oder Angerfist, Markenzeichen Hockeymaske. Neu in diesem Jahr war der Floor "Classic Disctrict", der Legenden der Hardstyle-Szene präsentierte und der guten Zuspruch fand.

Das galt auch für alle weiteren Bereiche, die permanent in Bewegung waren - entweder tanzend vor Ort oder beim Party-Hopping durch die vier Hallen. Wie die Jahre zuvor war es eine buchstäblich heiße Partynacht, die schweißtreibende, junge Feierfans unter dem Mantel härtester Musik vereinte und zugleich friedvoll von statten ging. Ein Subkulturfestival, das zwar den chemischen Substanzen frönt, aber durchweg eine musikalische Bewegung mit Spaß und Gemeinschaftsgefühl ist.

Didi Stahlschmidt