1700 Teilnehmer trotzen Kälte bei Karfreitags-Gedenken

Rund 1700 Teilnehmer besuchten die Gedenkveranstaltung an der Bittermark.
Rund 1700 Teilnehmer besuchten die Gedenkveranstaltung an der Bittermark.
Foto: Stefan Reinke
Zum 55. Mal hat Dortmund der Karfreitagsmorde gedacht, bei denen Zwangsarbeiter von den Nationalsozialisten getötet wurden. Zum Heinrich-Czerkus-Gedächtnislauf und der darauf folgenden Gedächtnisveranstaltung in der Bittermark kamen in diesem Jahr etwa 1700 Teilnehmer - bei eisiger Kälte.

Dortmund. Rund 1700 Menschen kamen trotz der widrigen Wetterverhältnisse zum Gedenken an die kurz vor Kriegsende 1945 von der Gestapo verübten Karfreitagsmorde zum Mahnmal in der Bittermark. Auch die Organisatoren des 9. Heinrich-Czerkus-Gedächtnis-Laufs freuten sich über rund 300 Teilnehmer.


Im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung standen in diesem Jahr die drei getöteten BVB-Mitglieder und Widerstandskämpfer Heinrich Czerkus, Franz Hippler und Fritz Weller. Die BVB-Fanabteilung hatte am Programm der Veranstaltung mitgewirkt. BVB-Präsident Reinhard Rauball sprach ein Grußwort.

Zuvor hatte es eine musikalische Eröffnung gegeben, gefolgt von einer Schweigeminute an den Kränzen und dem Gedenken in der Krypta. Dann sprachen Bürgermeisterin Birgit Jörder und Ernst Söder. Gerd Kolbe und die BVB-Fanabteilung erinnerten danach mit Textcollagen an den Mut und die Ermordung von Widerstandskämpfern aus den Reihen der Borussen.

Deutsche Opfer erstmals im Fokus

Die Veranstaltung gedenkt traditionell der Morde an 300 Menschen durch Angehörige der Gestapo und der SS. Diese hatten die Opfer im Rombergpark, der Bittermark und auf einem Eisenbahngelände in Hörde hingerichtet. Die Getöteten waren Zwangsarbeiter aus sechs Nationen und deutsche Widerstandskämpfer, unter ihnen auch zwei der nun geehrten BVB-Mitglieder. Fritz Weller überlebte den Nazi-Terror.

In den Vorjahren hatte die Veranstaltung vor allem den getöteten französischen Zwangsarbeitern gegolten. Das Mahnmal in der Bittermark ist inoffiziell exterritoriales französisches Staatsgebiet. Abgesandte der französischen Zwangsarbeiter-Organisation nehmen allerdings seit 2011 aus Altersgründen nicht mehr am Gedenktag teil.

Im vergangenen Jahr hatte Gamze Kubasik, Tochter eines NSU-Mordopfers, auf der Veranstaltung gesprochen und in ihrer Rede eine Verbindung von alten zu neuen Gräueltaten der Nazis gezogen.

 
 

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