130 Nazis marschierten zum Polizeipräsidium

Katrin Figge
Archivbild: Ulrich von Born/WAZ-Fotopool
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Dortmund-Mitte. Rund 130 Nazis sind am Samstagnachmittag in einer angemeldeten Demo vom Stadthaus zum Dortmunder Polizeipräsidium marschiert. Zuvor war es zu einer kleinen Auseinandersetzung zwischen Rechten und Linken an der Kampstraße gekommen.

Den ersten Ärger gab es laut Polizei schon gegen 12.30 Uhr, als rund 40 Linke an der U-Bahn-Station Kampstraße fünf Rechte abfingen. Es kam zu einem Handgemenge, das Polizei recht schnell auseinanderbringen konnte. Die Rechten setzten ihren Weg zu ihrem Sammelpunkt am Dortmunder Stadthaus fort. Die Linken wurden an der Chemnitzer Straße von der Polizei festgehalten und kontrolliert.

Nach und nach tröpfelten immer wieder kleinere Gruppen Rechter am Stadthaus ein. Gegen 14.30 Uhr setzte sich die Gruppe von rund 110 Rechtsgesinnten über die angemeldete Route in Bewegung – vom Stadthaus über Ruhrallee, Saarlandstraße und Hohe Straße zum Polizeipräsidium. Früher als gedacht: Statt zwei Redebeiträgen hatte es bei der Auftatkundgebung nur einen gegeben.

Die Einschätzung der Polizei: Der Aufmarsch könnte schneller beendet sein als befürchtet – zumal die Veranstalter angekündigt haben, auf die Abschlussveranstaltung zu verzichten, die bis 22 Uhr am Stadthaus hätte stattfinden können. Stattdessen soll die Veranstaltung ohne den geplanten Rückweg in Sichtweite des Polizeipräsidiums enden. Ärger könne es dennoch geben, so ein Polizeisprecher: Mehr als 150 gewaltbereite Linke sammelten sich in kleinen Grüppchen in Nebenstraßen und Hauseingängen. Die Beamten beobachten die Situation mit Adleraugen.

Gegen 15 Uhr stoppte der Zug der Rechten – inzwischen auf 130 Personen angewachsen – für eine Zwischenkundgebung an der Ecke Ruhrallee/Saarlandstraße. Zu Zwischenfällen kam es nicht, obwohl die Polizei weiterhin mehrere linke Grüppchen im Bereich der Saarlandstraße im Auge behielt.

Nach einer guten halben Stunde ging es gegen 15.30 Uhr weiter Richtung Polizeipräsidium – allerdings nicht wie anfangs geplant über die Saarlandstraße, sondern weiter die Ruhrallee hoch zur Landgrafenstraße. Grund: Die Polizei wollte eine Konfrontation mit den Linken verhindern.

Um 16.30 Uhr sind die Rechten nach einem kurzen Zwischenstopp an der Wittelsbacher Straße/Polizeipräsidium auf dem Rückweg. Offenbar soll es entgegen anderslautender Ankündigungen der Veranstalter nun doch eine kurze Abschlusskundgebung am Platz von Rostow geben. Laut Polizei ist bislang alles ruhig, wenn auch gespannt, da sich mehrere linke Grüppchen ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei liefern, um möglichst nah an den Zug der Nazis zu kommen.

Die Nazi-Versammlung wurde gegen 17 Uhr aufgelöst. Zu Auseinandersetzungen zwischen Linken und Rechten kam es nach Angaben der Polizei nicht mehr – auch Festnahmen gab es keine. Die Verkehrsbehinderungen hielten sich in Grenzen. Lediglich während der Zwischenkundgebung an der Kreuzung Ruhrallee/Saarlandstraße musste der Verkehr umgeleitet werden.