13-Jährige in Handschellen abgeführt

Timo Baudzus / Dirk Berger
Cash Trapping - eine Betrugsmasche, bei der die Geldausgabeschächte von Geldautomaten präpariert werden, so dass kein Geld ausgegeben wird.
Cash Trapping - eine Betrugsmasche, bei der die Geldausgabeschächte von Geldautomaten präpariert werden, so dass kein Geld ausgegeben wird.
Foto: Ulla Emig wazfotopool

Dortmund. Vier Täter, drei Haftbefehle: Die Dortmunder Polizei konnte einen Ermittlungserfolg im Bereich der Bandenkriminalität erzielen. Besonders perfide: Die Kriminellen hatten ein 13-jähriges Mädchen für ihre Machenschaften eingespannt.

Cash Trapping nennt sich die Methode, mittels derer sich eine vierköpfige Bande im Dortmunder Raum bereichert haben soll. Sie präparierten offenbar die Geldausgabeschächte von Geldautomaten mit Alu-Blenden, so dass das das abgehobene Geld im Ausgabeschacht hängen blieb. Die Beschuldigten im Alter von 19, 21 und 25 Jahren spannten ein 13-jähriges Mädchen als Komplizin ein.

13-jährige stand Schmiere

Scheinbar handelt es sich um eine Verwandte der volljährigen Täter. Das Mädchen musste „Schmiere stehen“, wie Staatsanwalt Henner Kruse auf Anfrage von DerWesten bestätigte. Die drei Volljährigen wurden dem Haftrichter vorgeführt - dieser erließ Haftbefehl. Das Trio ist derzeit inhaftiert. Das 13-jährige Mädchen wurde in die Obhut des Jugendamtes übergeben. Es habe strafrechtlich nichts zu befürchten. „Mit 13 Jahren ist man noch nicht strafmündig“, so der Staatsanwalt, sondern erst ab 14 Jahren.

Die polizeilichen Ermittlungen laufen. Wie Staatsanwalt Henner Kruse mitteilte, wird dem Trio Bandendiebstahl in mehreren Fällen vorgeworfen. „Wir glauben, dass wir ihnen bis zu 20 Taten zuordnen können“, so Kruse, wobei es sich meistens wohl um den selben Geldautomaten gehandelt haben soll.

Frage der Verhältnismäßigkeit

Bei der Festnahme hat die Polizei den vier Personen Handschellen angelegt - auch dem 13-jährigen Mädchen. „Das ist die Ultima Ratio, normalerweise tun wir so etwas nicht“, erklärt Polizeisprecher Kim Ben Freigang. Bei der Entscheidung Handschellen einzusetzen, stelle sich immer die Frage der Verhältnismäßigkeit, die Beamten vor Ort hätten aber ihre Gründe gehabt. „Wegen Fluchtgefahr und zur Eigensicherung haben die Kollegen diesmal zu diesem Mittel gegriffen“, so Freigang weiter.