120 Dortmunder demonstrieren gegen Rechts

Foto: WR/Franz Luthe
Nach dem rechtsradikalen Angriff von Nazis (darunter wohl der verurteilte Totschläger Sven K.) auf Türken demonstrierten am Abend 120 Dortmunder gegen Rechts. Bei der Montagsdemo wollte auch die Antifa Solidarität mit den Opfern faschistischer Gewalt zeigen. Zudem gab es Kritik am Verfassungsschutz.

Dortmund. Nach dem Angriff mutmaßlicher Neonazis auf zwei junge Türken auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt – bei einem der mutmaßlichen Täter soll es sich um Sven K. handeln, der 2005 den Punker „Schmuddel“ erstochen hatte – haben Montagabend rund 120 Menschen in der Innenstadt gegen Rechtsextremismus demonstriert. Sie bekundeten lautstark ihre Solidarität mit den Opfern.

Am frühen Abend hatten Vertreter der Montagsdemo mit der Antifa zu der Kundgebung aufgerufen. An der Katharinentreppe rollten die Demonstranten Plakate aus und ließen ihrer Wut auf Rechtsextreme freien Lauf. „Es darf keinen juristischen Freibrief für Neonazis in der Stadt mehr geben“, forderte Helmuth Manz von der Linkspartei. „Es darf nicht mehr behauptet werden, wir hätten kein Nazi-Problem“, so Manz.

Auch die Polizei müsse sich hinterfragen lassen. Besonders in die Kritik geriet auf der Kundgebung der Verfassungsschutz. „Der Verfassungsschutz hat nicht mit dem Schutz der Verfassung zu tun, sondern zerstört das System Demokratie“, so ein Demonstrant. „Ohne den Verfassungsschutz wären die Nazis nur ein Haufen verwirrter, verrückter Jugendlicher“, rief er unter Beifall. Der Frauenverband Courage bestätigte diese Ansicht: „Die können uns nicht erzählen, sie wüssten nichts.“

Ein Bochumer Opelaner lobte zudem die Zusammenarbeit von über 50 Nationen im Werk. „Es wäre langweilig, wenn es jeden Tag nur Kartoffeln mit Würstchen gäbe“, rief er. Beim Opel-Streik 2004 habe man sehr von der Erfahrung der türkischen und polnischen Kollegen profitiert.

 
 

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