1000 Metaller demonstrierten bei Warnstreik in Dortmund

Michael Schnitzler
Die IG Metall hatte am Dienstagvormittag die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Dortmund zum Warnstreik aufgerufen. Nach Gewerkschaftsangaben nahmen rund 1000 Teilnehmer an der Aktion teil.
Die IG Metall hatte am Dienstagvormittag die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Dortmund zum Warnstreik aufgerufen. Nach Gewerkschaftsangaben nahmen rund 1000 Teilnehmer an der Aktion teil.
Foto: Michael Schnitzler
Für mehr Lohn gingen am Dienstag 1000 Mitglieder der IG Metall in Dortmund auf die Straße. Die Arbeitgeber nennen den Warnstreik "unverantwortlich".

Dortmund. Rund 1000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie haben am Dienstag bei einem Warnstreik der IG Metall in Dortmund demonstriert. IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler kritisierte das bisherige Angebot der Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen als "unterirdisch". Die Arbeitgeber wiederum nennen den Warnstreik "unverantwortlich".

Hintergrund des Warnstreiks ist die laufende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall fordert für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben dagegen zuletzt nur 2,1 Prozent mehr Geld sowie eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent geboten. IG Metall Bezirksleiter Knut Giesler nannte das Angebot der Arbeitgeber "unterirdisch".

Beschäftigte aus 23 Unternehmen in Dortmund und Lünen

Die Kundgebung vor dem Haus der Unternehmensverbände war gegen 11.15 Uhr beendet. Die Beschäftigten von 23 Dortmunder und Lüner Betrieben wurden mit Bussen wieder in die Unternehmen gefahren. Dort haben sie wieder die Arbeit aufgenommen - es handelte sich nur um einen vorübergehenden, keinen ganztägigen Warnstreik.

IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler sagte, er könne das Gerede der Arbeitgeber von einer nur scheinbar guten Konjunktur nicht mehr hören. Die Konjunktur wird aus Sicht der Arbeitgeber von den niedrigen Energiekosten, den niedrigen Zinsen sowie günstigen Wechselkursen beflügelt. Das stellte Giesler nicht in Abrede, er sagte jedoch: "Es gibt ja auch keine Schein-Gewinne - diese haben die Unternehmen eingesteckt. Die Konjunktur ist stabil."

Die IG Metall wolle jetzt wieder versuchen, die Arbeitgeber am Verhandlungstisch "weiter zu bearbeiten", sagte zum Abschluss der Kundgebung Ulrike Kletezka, 2. Bevöllmächtigte der IG Metall in Dortmund.

Arbeitgeber nennen Warnstreik "unverantwortlich"

Auch Ernst-Peter Brasse, Geschäftsführer des Unternehmerverbands, der sich die ganze Kundgebung anhörte, sagte, dass "wir eine Lösung finden müssen - und die werden wir in NRW auch finden". Er bekräftigte allerdings die Sicht der Arbeitgeber, wonach die wirtschaftliche Lage der Unternehmen sehr unterschiedlich sei. Gerade exportorientierten Maschinenbauern auch in Dortmund gehe es eben nicht so gut, dass sie die Lohnforderung der IG Metall mitgehen könnten. Brasse kritisierte die Warnstreiks in den Unternehmen als "unverantwortlich und unangemessen".