Westring-Center: Casconcept will neues Gutachten

Die Standortgemeinschaft der Geschäftsleute in der Castroper Altstadt hat übers Wochenende in einer Stellungnahme eine deutliche Forderung an die Verwaltung gestellt: Casconcept will, dass der Investor keine Baugenehmigung für den Ausbau des Westring-Centers bekommt und wünscht ein neues Gutachten.

Castrop-Rauxel.. Casconcept will gegen die Baugenehmigung für den Ausbau des Westring-Centers ankämpfen und versucht aufs Neue, einen neuen Aldi und die Drogerie Rossmann an dieser Stelle zu verhindern. Zur Begründung schreibt Vorsitzender Matthias Zimmer, die Voraussetzungen dazu würden nicht vorliegen. Und: "Wir bitten Sie, uns bei diesem Anliegen zu unterstützen."

Gegner nennen zwei Gründe:

Man sei der Meinung, dass das Gutachten, das Rechtsanwalt Dr. Oliver Lind (CDU) beim Büro Stadt + Handel in Auftrag gegeben habe, aus zwei Gründen nichts wert sei:

  • Erstens handele Lind als "Diener zweier Herren". Es bestehe die Sorge, dass der B3-Ausschussvorsitzende gleichzeitig Interessenvertreter des Investors sei.
  • Zweitens sei der nach dem maßgeblichen Bebauungsplan notwendige "Gutachter" für das Bauvorhaben, das Büro Stadt + Handel, gleichzeitig für das Zentren- und Einzelhandelskonzept der Stadt zuständig.

In der Fortschreibung von 2010 stehe in Bezug auf die Weiterentwicklung des Zentrums am Westring: "Auch wenn bereits Einzelhandelsangebote aus den nicht zentrenrelevanten Sortimentsbereichen vorhanden sind, stehen anteilig andere Sortimentsbereiche dennoch in deutlicher Konkurrenz einerseits zum Hauptzentrum Altstadt Castrop, andererseits zu den Nahversorgungszentren. Damit die Funktionsfähigkeit (...) dieser zentralen Versorgungsbereiche gewährleistet werden kann, sollte der Verkaufsflächenanteil für zentren- und nahversorgungsrelevante Sortimente nicht weiter ausgebaut und mittel- bis langfristig reduziert werden."

Zehn Prozent Kaufkraftverlust

Dasselbe Büro komme 2016 zu der Feststellung, dass Rossmann und Aldi keine wesentliche Beeinträchtigung des Oberzentrums Altstadt bedeute. Geschätzte zehn Prozent Kaufkraftverlust seien laut Casconcept nicht unbedeutend, sondern "der letzte Sargnagel" für die Altstadt. "Deshalb bitten wir Sie, die Castroper Kaufmannschaft aus der Altstadt bei dem Anliegen einen funktionsfähigen Handel in der Altstadt zu schützen und zu erhalten, zu unterstützen." Casconcept wolle eine transparente und nachvollziehbare Grundlage der Bewertung. Schlussfolgerung: Die Standortgemeinschaft fordert die Beauftragung eines neuen, neutralen Gutachterbüros.

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