Völlig aufgelöst

Castrop-Rauxel. „Ich werde wieder zur Verfügung stehen“, betont Eva Steininger-Bludau und kündigt einen „komprimierten Wahlkampf“ an. Weiter sagt sie: „Ich glaube, dass wir nach einer Neuwahl eine solide Mehrheit mit den Grünen bilden werden.“ Zugleich äußert sie ihr Unverständnis über das Verhalten der FDP. „Wenn sie unbedingt Selbstmord begehen will, dann kann man sie nicht daran hindern.“ Allerdings sei so auch ein schwerer Schaden für das Land und die Kommunen entstanden. „Die Tür zu Verhandlungen mit der FDP und auch mit CDU und Linke war immer offen, wenn diese nun mutwillig zugeschlagen wird, liegt dies ausschließlich in der Verantwortung der Opposition.“

Rückgrat bewiesen

„Löhrmann und Kraft hätten der FDP doch Angebote machen können“, kritisiert FDP-Chef Christoph Grabowski eine mangelnde Gesprächsbereitschaft. „Ich bin mit meiner Partei sehr zufrieden, sie hat konsequent gehandelt.“ Die FDP, so Grabowski, habe Stärke bewiesen – ein deutliches Signal nach außen. „Sonst hätten wir wieder als Wackeldackel da gestanden.“ Er sei nun hochmotiviert und wolle einen guten Wahlkampf machen. „Ich habe den Kleister schon aus dem Keller geholt und würde am liebsten gleich morgen loslegen“, betont Grabowski. Er und die FDP werden alles daran setzen, wieder in den Landtag einzuziehen, auch wenn die Umfragewerte – die Liberalen liegen bei zwei Prozent – eine andere Sprache sprechen.

Der Wahlkampf beginnt

„Die FDP hat mich doch sehr überrascht“, sagt Ingo Boxhammer (Die Linke). „Entgegen jeder Erwartung ist sie beim Nein geblieben“, ergänzt Boxhammer, der sich auf einen spannenden Wahlkampf einstellt. „Der wird heftig“, kündigt Boxhammer für Castrop-Rauxel an. Der SPD sagt er er „noch schlechteres Ergebnis als 2010“ voraus. Und die FDP? „Die wird es nicht mehr in den Landtag schaffen, die hat sich verzockt.“ Die Linke hingegen werde es schaffen, wenn auch nicht mit einem grandiosen Ergebnis. „Die großen Absahner werden die Grünen sein.“

NRW braucht Stabilität

„Ich finde die Ereignisse dramatisch“, so Grünen-Chef Dr. Bert Wagener. „Zum einen ist es für uns zwar eine Chance, zum anderen braucht das Land aber Stabilität.“ Es gebe keine klare Linie, was sich letztlich auch in der Wahlbeteiligung widerspiegeln dürfte, so Wagener, der auf eine Rolle rückwärts der FDP getippt hätte. „Nun mögen sie konsequent sein, aber konsequent bedeutungslos.“

Kandiaten aufstellen

Die Auflösung des Landtags sei absehbar gewesen, erklärt CDU-Chef Michael Breilmann. „Die Regierung war so nicht handlungsfähig, Sparen war für sie ein Fremdwort.“ Die CDU in Castrop-Rauxel wolle nun einen frischen und sehr knackigen Wahlkampf machen und einen LandtagsKandidaten aufstellen. „Ich denke, wir haben gute Chancen die stärkste Fraktion zu werden“, betont Breilmann. Er begrüße die Kandidatur des Bundesumweltministers Norbert Röttgen – „ein besserer Ministerpräsident als Hannelore Kraft“.

 
 

EURE FAVORITEN