Tiefe Verbundenheit – seit 25 Jahren

. Foto: Thomas Gödde
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Foto: WAZ FotoPool
Pater Zbigniew Szarata feierte am Pfingstsonntag sein Priesterjubiläum. Die Gemeindemitglieder kamen in Scharen zum Festgottestdienst. Sie schätzen ihren Pater vor allem für seine aufgeschlossene Art.

Castrop-Rauxel.. Die Besucher der Sonntagsmesse sitzen dicht an dicht. Keine der Kirchenbänke bleibt leer. Gleich zehn Geistliche wohnen dem Festgottesdienst bei. Der Grund für dieses sonst eher unübliche Bild ist allein Pater Zbigniew Szarata.

Der katholische Ordensbruder beging am Pfingstsonntag sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Ihm zu Ehren kamen deshalb zahlreiche Christen in der St. Josef-Kirche in Habinghorst zusammen, um den großen Tag mit ihm zu feiern. Sichtlich erfreut über so viele Gäste begrüßte der 50-Jährige die Gottesdienstbesucher: „Ich habe mit Absicht niemanden einzeln eingeladen, weil schlicht und einfach jeder und jede willkommen ist. Es ist schön, dass Sie heute alle da sind.“

Bereits seine Eröffnungsworte zeugen von tiefer Verbundenheit zu seinen Gemeindemitgliedern. Nach zehn Jahren in Castrop-Rauxel fühlt er sich hier wie zu Hause. „Die Entscheidung, Priester zu werden, traf ich schon als junger Mann auf dem Gymnasium“, erzählt er. In Gesprächen mit einer Ordensschwester habe er sich für die christliche Mission begeistern lassen. „Eigentlich stand schon fest, dass ich nach Brasilien gehe. Dann bat mich unser Ordensoberhaupt, in Deutschland zu arbeiten.“ So verschlug es ihn im Jahr 1987 nach Bamberg. Schmunzelnd erinnert sich Pater Zbigniew: „Das Deutsch-Lernen war anfangs sehr schwierig – insbesondere, weil die Bayern einen so starken Dialekt haben.“

In Paderborn und später im Ruhrgebiet sei die Verständigungsbarriere dann schon kleiner gewesen. Er habe sich von Anfang an wohlgefühlt. „Meine Mutter hat sich damals auch gefreut, dass ich doch nicht nach Brasilien gezogen bin“, erzählt er, „Deutschland und Polen liegen einfach näher beieinander.“

Besuche bei alten Freunden in seiner Heimatstadt nahe Krakau in Südpolen stehen darum auch heute noch regelmäßig an. „Beim Fußball drücke ich auch immer noch beide Daumen für Polen“, verrät er. Eine kleine Portion Patriotismus für die alte Heimat behält er sich vor. Abgesehen davon schlägt das Herz des Priesters gänzlich für seine vier Gemeinden im Castroper Norden. Bei allem, was er tut, behält er den Weg zur Großpfarrei Castrop-Rauxel Nord im Blick.

Bis zum Jahr 2014 sollen die katholischen Gemeinden St. Antonius, St. Barbara, St. Josef und Herz Jesu fusionieren. Zbigniew Szarata ist guter Dinge: „Besonders beeindruckend fand ich vom ersten Tag an die große Offenheit, die die Menschen hier einander entgegen bringen. Es gibt kaum spürbare Grenzen zwischen den einzelnen Gemeinden.“ Bei so viel Aufgeschlossenheit sei es stets ein Leichtes gewesen, neue Bande zu knüpfen.

Die Christinnen und Christen im Pastoralverbund lieben ihn dafür. Beim Empfang nach dem Gottesdienst strömen sie in Scharen ins Pfarrheim, um ihm persönlich zu seinem Jubiläum zu gratulieren. Berta Korfs, Gemeindemitglied aus St. Josef, meint: „Was ich an Pater Zbigniew schätze? Alles! Er ist ein guter Priester und ein aufmerksamer Mensch – ich habe ihn wirklich gern.“

Auch Bastian Stoppka, Pfarrgemeinderatsmitglied aus St. Barbara stimmt dem zu: „Pater Zbigniew hat die vier Gemeinden im Castroper Norden erst zusammengeführt.“ Vor allem Kleinigkeiten wie zum Beispiel gemeinsame Planungstreffen oder Absprachen bezüglich der Pfarrfeste und Gottesdienste seien es, die das gemeinsame Leben und Arbeiten erleichtert haben. Trotzdem, so meint er, dürfe man auch den Rest des Pastoralteams und den Orden nicht außer Acht lassen, die Pater Zbigniew dabei stets unterstützen.

Das Oberhaupt des Pastoralverbundes ist sich dessen bewusst. Zuversichtlich wünscht er sich für die Zukunft deshalb nur eines: „Auf dem Weg zur Großpfarrei soll weiterhin alles so friedlich ablaufen wie bisher. Bei den engagierten Gemeindemitgliedern und Mitarbeitern hier mache ich mir da aber keinerlei Sorgen.“

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