THW in Castrop-Rauxel wehrt sich gegen Rassismus-Vorwurf

Rüdiger Hagenbucher
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CDU-Mitglied Annegret Steinbock weist beim Treffen des Integrationsrats in Castrop-Rauxel Vorwürfe zurück, Organisationen, wie das THW oder das DRK seien ausländerfeindlich. Bürgermeister Johannes Beisenherz beschwichtigt, dass das Integrationskonzept mit nur einer Planstelle Zeit bräuchte.

Castrop-Rauxel. „Das Technische Hilfswerk kann nicht in eine Glaskugel blicken, um zu erfahren, wer sich für das THW interessiert“ Mit aller Entschiedenheit wies Annegret Steinbock am Donnerstag im Integrationsrat den Vorwurf zurück, Organisationen wie das THW seien ausländerfeindlich. Das war in der November-Sitzung des Integrationsrates auch mit Blick auf das DRK und die Freiwillige Feuerwehr behauptet worden.

Annegret Steinbock (CDU) nutzte die Einwohnerfragestunde: „Das THW hat sehr wohl Helfer mit Migrationshintergrund. Was das THW nicht hat, sind Menschen mit türkischen Wurzeln. Mit Ausnahme des IBKF und Ruziye Malkus hat kein Mitbürger mit türkischen Wurzeln um Aufnahme gebeten.“

Dunkelhäutige Kraftfahrerin im THW

Im THW Castrop-Rauxel wirkt eine dunkelhäutige Kraftfahrerin sowie ein Helfer mit russisch-rumänischen Wurzeln mit. „Das sind Beispiele, dass sie ohne weiteres mitmachen können“, sagt auch Annika Nitschke, Pressesprecherin des THW-Landesverbandes. „Wir sprechen verstärkt Jugendliche mit Migrationshintergrund an und gehen auf die Menschen zu. Aber man muss die Bewerber haben . . .“

Annegret Steinbock sprach auch das Integrationskonzept der Stadt an, nach dem das Integrationsbüro auf Vereine und Verbänden zugehen solle. „Integrationsbeauftragte Ayla Dalkilinc hat bis heute keinen Kontakt zum THW aufgenommen.“

Gespräch mit türkischen Mitbürgern gesucht

Bürgermeister Johannes Beisenherz akzeptierte den Hinweis auf das Integrationskonzept. Doch dessen Umsetzung benötige Zeit: „Mit nur einer Planstelle kann nicht alles sofort auf den Weg gebracht werden.“

Besonders das Projekt der Sozialen Stadt in Habinghorst könne den Rahmen für verstärkte Integration bilden. Über das Stadtteilbüro habe man das Gespräch mit türkischen Mitbürgern gesucht und besprochen, Kontakt zum Technischen Hilfswerk aufzunehmen. Auch die Freiwillige Feuerwehr Habinghorst und das Rote Kreuz sollen einbezogen werden. DRK-Geschäftsführer Christoph Behrens-pöhler werde Kontakt zur DITIB-Gemeinde aufnehmen

Schuldzuweisung "unglücklich"

Die Schuldzuweisungen bezeichnete Johannes Beisenherz als „unglücklich“. Er verwies auf den kulturellen Hintergrund in der Türkei: „Das Ehrenamt findet sich dort nur beim Sport und in Moscheen. Eine freiwillige Feuerwehr gibt es nicht.“

Ausschussvorsitzender Kubilay Corbaci beteuerte: „Wir suchen keinen Schuldigen, aber wir sehen das Problem fehlender Migranten in den Organisationen. Diese sollten daher bekannter gemacht und Übungen z. B. in den Gemeinden abgehalten werden.

Annegret Steinbock am Ende versöhnlich: „Da sind wir schon ganz nah beieinander.“