Streit in Gartenlaube endete blutig

Sabine Latterner
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Nach Streit in einer Gartenlaube in Merklinde: Zwei Männer mussten sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten. Der Richter verurteilte sie zu Bewährungsstrafen.

Castrop-Rauxel. Das gemeinsame Trinkgelage in der Gartenlaube endete blutig. Nachdem die fünf Männer von jetzt auf gleich in einen gewaltsamen Streit geraten waren, eskalierte die Situation: Ein 46-Jähriger wollte in Panik aus der Laube fliehen und rettete sich mit einem Sprung durch die Fensterscheibe. Dabei zog er sich zahlreiche Schnittverletzungen zu.

Die beiden Männer, von denen die Aggressionen ausgegangen sein sollen, mussten sich gestern wegen des Vorfalls in der Kleingartenanlage Merklinde vor dem Amtsgericht verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: gefährliche Körperverletzung und Bedrohung. Darüber hinaus soll sich einer der beiden Angeklagten auf der Polizeiwache den Anordnungen der Beamten widersetzt haben. Sie hatten ihn und die anderen drei Tatverdächtigen nach der Auseinandersetzung in der Gartenlaube in Gewahrsam genommen.

Im Zuge jenes Streits Anfang Dezember 2011 sollen die beiden Angeklagten ihren Trinkkumpanen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben – mehrfach. Zudem soll es zu massiven Bedrohungen gekommen sein. „Ich bringe euch um und vergrabe euch im Gemüsegarten“, soll einer der beiden gesagt haben, woraufhin der 46-jährige Mann panisch durch die Fensterscheibe sprang und blutüberströmt in Richtung Wittener Straße floh.

„Der hat vorher auf dem Bett gelegen und geschlafen“, berichtete einer der Angeklagten. Plötzlich sei er aufgesprungen und in die Scheibe gerast. „Vielleicht hat er schlecht geträumt.“ Bedrohungen leugnete der 32-Jährige, zugleich aber räumte er ein, tatsächlich zwei oder drei Mal zugeschlagen zu haben. Sein Schwager, ebenfalls angeklagt, sei nicht gewalttätig geworden – was der Schwager bestätigte. Wohl aber gab dieser zu, den Polizisten auf der Wache Widerstand geleistet zu haben.

„Er hat versucht, die Zellentür aufzubrechen“, berichtete ein Beamter. Der 61-Jährige weiter: „Wir mussten ihn deshalb in eine andere Zelle verlegen.“ Das aber habe sich schwierig gestaltet, der Angeklagte – keine zierliche Person – sei alles andere als zugänglich gewesen. Der Aufforderung, sich von der Zellentür zu entfernen, sei er nicht nachgekommen. „Er kam sofort auf uns zu.“ Mehrere Polizisten fixierten ihn. „Er stieß mit dem Kopf um sich, trat unkontrolliert um sich, machte Abwehrbewegungen.

Der Vorwurf „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ war somit unstreitig. Widersprüchlich hingegen die schriftlichen Aussagen zu den Geschehnissen in der Gartenlaube: „Die gehen kreuz und quer“, sagte der Richter. Er verurteilte den 32-Jährigen wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten, dessen Schwager kam mit vier Monaten wegen der Widerstandshandlung davon. In den übrigen Anklagepunkte sprach der Richter die Männer frei. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor höhere Strafen gefordert.