Streit beilegen, ans Tierwohl denken

Der seit vielen Monaten schwelende Streit um die Führung des Castrop-Rauxeler Tierheims zermürbt die verfeindeten Parteien zunehmend. Redakteur Dominik Möller hat die jüngste Gerichtsverhandlung, die mit einem Vergleich endete, zum Anlass für einen Kommentar genommen. Er sieht vor allem Tierheim-Chefin Roswitha Heise in der Pflicht.

Castrop-rauxel.. "Klärt es, wie normale Menschen!" Diesen Satz hat Richter Sven Bastek dem Team Tierschutz um Nils Bettinger und dem Tierschutzverein um Roswitha Heise während der Verhandlung am Donnerstag im Amtsgericht mit auf den Weg gegeben. Der Streit um die Führung des Tierheims wird immer mehr zum Kleinkrieg der verfehdeten Parteien - vornehmlich angezettelt von der amtierenden Vorsitzenden.

Heise fühlt sich einer Kampagne ausgesetzt, das sagte sie vor Gericht. Sie fürchtet, das Amt, ihr Amt, räumen zu müssen. Sie beißt um sich, wie ein Hund, der in die Ecke getrieben wird. Dabei passiert mittlerweile genau das, was die streitenden Parteien immer vermeiden wollten: Die Tiere geraten in Vergessenheit. Im Vordergrund stehen der schwelende Konflikt und das Drumherum. Das große Ganze ist in der öffentlichen Wahrnehmung nur noch eine Randnotiz.

Ob Heise den jetzt geschlossenen Vergleich als Erfolg empfindet, ist unklar. Nüchtern betrachtet war es jedoch weniger eine Schlappe für Bettinger & Co., sondern eine weitere Ohrfeige für den amtierenden Vorstand. Vereinsinternen Konflikten geht Heise aktuell aus dem Weg. Richter Bastek hat ihr jedoch deutlich vor Augen geführt, dass man sich solchen Konflikten stellen muss.

Warum sie sich dieser Auseinandersetzung nicht stellen will, darüber lassen sich nur Mutmaßungen anstellen. Dass jedoch nach wie vor kein Termin für eine außerordentliche Mitgliederversammlung anberaumt ist, spricht für sich. Die Ankündigung von Heises Anwalt, dass es eine Versammlung geben werde, wirkt fadenscheinig und nicht so, als wolle man dem Wunsch der Mitglieder - und derer, die darauf warten Mitglieder zu werden - erfüllen. Dabei sind es die Mitglieder, die gehört werden müssen. Sie, und sonst niemand.

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