Stadt empfiehlt die Sekundarschule

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Castrop-Rauxel.. Die Verwaltung wird der Politik eine Empfehlung zur Errichtung von zwei Sekundarschulen aussprechen. Zahlen der durchgeführten Elternbefragung ließen eine entsprechende Beschlusslage zu, so Bürgermeister Johannes Beisenherz.

Die Ergebnisse der Elternbefragung in den zweiten und dritten Jahrgängen der Grundschulen zur Sekundarschule liegen vor - und sie spiegeln eine „große Skepsis“, so Schuldezernentin Petra Glöß, der Eltern wider. Sie sagt auch, dass sie in Anbetracht der vorgeschalteten Informationsveranstaltungen „erwartet hätte, dass es eine deutlichere Zustimmung zur Sekundarschule gegeben hätte“.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass über zwei Drittel (72,98 %) der Eltern Gegner dieser Schulform sind. Im Umkehrschluss aber sprechen sich auch bis zu einem Drittel (27,02 %) der Befragten für eine Sekundarschule (jeweils teilintegrativ) aus. Petra Glöß: „Mit wehenden Fahnen stürzen sich die Eltern nicht dahin, aber es gibt Zustimmung hin zu einer Gründung.“ Und: „Die Eltern im Norden haben eher zustimmend als die im Süden geantwortet.“

Dieses „Pro“ beträgt in Zahlen 192. Es sind die Eltern, die sich für eine teilintegrative Sekundarschule entscheiden würden (27,02 Prozent). Zahlen, die für Bürgermeister Johannes Beisenherz durchaus eine Bestätigung sind. „Mich überzeugen die absoluten Zahlen. Ich sehe eine gute Chance, dass das Angebot der zwei Sekundarschulen genutzt wird.“

So würden sich 192 Eltern für eine teilintegrative und 150 Eltern für eine integrative Sekundarschule entscheiden. Da jede Schule zum Start 2013/14 bei Dreizügigkeit jeweils 75 Schüler benötigt, wären zwei neue Systeme gerechtfertigt. Deshalb werde die Verwaltung „der Politik eine Empfehlung aussprechen“. Nach der Sommerpause würden dann weitere Informationen zum Funktionieren einer Sekundarschule bereit gestellt.

Zudem hätten die Eltern eher in der Mitte der möglichen Antworten ihr Kreuzchen gesetzt. Glöß: „Es gibt da eine große Unsicherheit. Die Antwortmöglichkeiten ,eher ja’ und ,eher nein’ sind stark besetzt.“ Genau dieses Wackeln aber lasse „eine Menge Interpretationsspielraum zu“, so Beisenherz, der hier eine Tendenz zur Sekundarschule ahnt und voll auf Sekundarschulen im Norden und Süden setzt. „Die Zahlen zeigen eine solide Basis, dass sich eine Sekundarschule im Norden anbietet.“

Er geht davon aus, dass eine Realschule im Norden nach Schließung der Haupt- und der Gesamtschule es nicht leisten könne, „alle Kinder bis zum Abschluss mit Garantie entsprechend zu beschulen“. Denn gerade die Sekundarschule als Schule für alle biete viele Vorteile wie eine bessere Ausstattung, bessere Lehrerversorgung und kleinere Klassen. „Ich will die Realschule nicht kaputt machen, aber ein Festhalten an den alten Strukturen geht nicht mehr. Diese Zeit ist vorbei, wir müssen das Beste für unsere jetzigen und zukünftigen Schüler bieten.“ Auch Glöß sieht das „angebotene System massiv in den Herzen verankert“, spricht von „Beharrungsvermögen“, wofür sie aber auch Verständnis habe. Aber: „Das bestehende System kann nicht weiter aufrecht erhalten werden, bei den stetig zurück gehenden Schülerzahlen.“

Gleichwohl sagt Glöß, die „keinen Zweifel hat, dass an beiden Standorten die geforderten jeweils 75 Schüler-Anmeldungen zustande kommen“, dass sie keine Eltern zwingen wolle, wenn im Februar vorbehaltlich des Ratsbeschlusses dann die endgültigen Anmeldezahlen vorliegen sollten. „Ich will keine Zwangsbeschulung machen. Wenn es im Süden denn doch weniger Anmeldungen gibt, dann mache ich fünf Züge im Norden.“

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