Schüler ängstigen sich vor möglicher Hauptschul-Schließung

Foto: Joseph-W. Reutter / WAZ FotoPool
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Eltern und Schüler der Franz-Hillebrand-Hauptschule äußern sich zur möglichen Schließung der Ickerner Lehreinrichtung.

Castrop-Rauxel.. Pierre, Julia, David, Christina - die Liste der Kinder und Jugendlichen, die sich um ihre Franz-Hillebrand-Hauptschule sorgen, ist lang. „Wir haben Angst vor einer Schließung“, sagt David und fügt hinzu: „Wir haben Sorge, dass die Lehrer woanders nicht so nett sind wie hier.“

David besucht die fünfte Klasse - und er geht überaus gerne in die Schule an der Uferstraße. Ein gutes soziales Klima attestiert er der Einrichtung, der die Schließung droht. „Aber warum?“, fragen nun die Schüler. Ausbildung und Betreuung seien hier doch sehr gut, bringen sie ein nicht zu ignorierendes Argument vor.

„Die Lehrer kümmern sich um die Kinder, wenn sie Schwierigkeiten haben“, so David. Und seine Mitschüler pflichten ihm bei: „Hier kann man besser lernen, weil die Klassen nicht so groß sind“, betont Sechstklässler Pierre. „Außerdem achten unsere Lehrer darauf, dass es keine Streitereien gibt.“ Insgesamt sei die Atmosphäre hier jedenfalls friedlich und angenehm.

Dabei heiße es ja oft, die Hauptschule sei „asozial“, sagt Julia. Sie besucht die zehnte Klasse, wechselte vor zwei Jahren von der Realschule an die Uferstraße und bemerkte eine deutlichen Unterschied. „Hier waren die Lehrer sofort für mich da, haben sich direkt für mich eingesetzt“, berichtet sie und lobt im gleichen Atemzug eine optimale Berufsvorbereitung. „Deshalb wäre es schon gut, wenn diese Schule erhalten bliebe.“

Die Eltern teilen diese Meinung. Ihre Kinder in die Schillerschule schicken, das wollen sie nicht - die Entfernung. Auch die Janusz-Korczak-Gesamtschule sei keine Alternative - zu viele Auseinandersetzungen unter den Jugendlichen. „Unsere Kinder werden auseinander gerissen und würden in den großen Klassen untergehen“, sorgen sich die Eltern, für die der Vorschlag der Politik somit nicht in Frage komme: ein Umzug zur Janusz-Korczak, zur Fridtjof-Nansen-Realschule oder zur Schillerschule. „Eigentlich wäre es das Beste“, so Sandra Kämmerling vom Förderverein, „wenn die Schule einfach auslaufen würde.“ Wobei sich die Elternschaft schon frage, warum die Schließung überhaupt erforderlich sei. „Wir haben 16 Anmeldungen für das nächste Jahr.“ 18 seien notwendig. „Einen Nachzügler gibt es bereits und ohne diese ganze Diskussion hätten sicher noch mehr Eltern ihre Kinder hier angemeldet“, weiß Kämmerling, die nun gemeinsam mit den betroffenen Müttern und Vätern Aktionen gegen die Schließung plant: eine Unterschriftensammlung und auch eine Demo.

 
 

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