Scheunenbrand geht auf Konto eines Feuerwehrmanns

Foto: WAZ FotoPool

Castrop-Rauxel. Ein 21-jähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr hat gestanden, in der Nacht zu Montag eine Scheune an der Bodelschwingher Straße angesteckt zu haben. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 250.000 Euro. Sie prüft nun, ob der Mann auch für andere Brandfälle verantwortlich ist.

Nach einem Scheunenbrand an der Bodelschwingher Straße in der Nacht zu Montag, konnte die Polizei am Morgen einen 21-jährigen Mann aus Castrop-Rauxel als Tatverdächtigen festnehmen. Bei mehreren Vernehmungen hat er im Laufe des Tages dann gestanden, das Feuer in der Scheune gelegt zu haben. Die Polizei prüft nun, ob er als Brandstifter für eine ganze Serie von Bränden in Frage kommt, die seit Jahresbeginn die Feuerwehr auf Trab halten. Nach Informationen der WAZ/WR ist der 21-Jährige Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Zuvor zwei Kellerbrände

Ihren Höhepunkt erreichte die Serie von Bränden zunächst in der Nacht von Sonntag auf Montag, als die Wehr zur Straße Am Rotdorn ausrücken musste. Hier war – wie schon in der Nacht zuvor an der Wittener Straße – im Keller eines Mehrfamilienhauses ein Feuer ausgebrochen. Die Wehr musste einen Großteil der Anwohner unter Atemschutz durch das völlig verqualmte und damit für eine Flucht abgeschnittene Treppenhaus geleiten. 13 Personen, darunter sieben Kinder, kamen mit leichten Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus. Sonntagfrüh an der Wittener Straße hatte es sieben Verletzte gegeben. Die Polizei schätzt den Sachschaden in beiden Fällen auf je rund 10 000 Euro.

Gerade von diesem Einsatz zurückgekehrt, gab es kurz nach Mitternacht für die Wehr erneut Feueralarm: an der Bodelschwingher Straße stand eine Scheune auf dem Hof Kremerskothen lichterloh in Flammen. Ein Paar, das gerade mit seinem Hund die letzte Runde ging, hatte das Feuer bemerkt und Anwohner und Feuerwehr alarmiert. 250 Strohballen waren nicht mehr zu retten und verbrannten, vier Futtersilos wurden durch das Feuer ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

Zeitige Alarmierung durch Zeugen

Glück im Unglück: durch die zeitige Alarmierung konnten die Bewohner die Reitpferde aus den angrenzenden Stallboxen noch unversehrt in Sicherheit bringen. Die 800 Tiere der Schweinezucht überstanden die nächtliche Aufregung ebenfalls unbeschadet. Bauer Elmar Kremerskothen gelang es noch, einen Trecker aus dem Gefahrenbereich zu bugsieren, ein zweiter Traktor brannte völlig aus. Die Feuerwehr schätzt den Sachschaden auf rund 250 000 Euro.

Die nächtlichen Spaziergänger hatten einen jungen Mann vom Hofgelände flitzen sehen, der dann mit einem Auto verschwand. Es gelang ihnen, die Autonummer zu notieren, was letztlich die Polizei auf die Spur des 21-jährigen brachte.

 
 

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