Radweg-Plan in Castrop-Rauxel vorerst auf Eis

Die neuen Vorschläge für mehr Radfahrerschutz in der Innenstadt haben vorerst keine Chance auf Realisierung. Beim Schutzstreifen in der Fahrbahnmitte soll der zweijährige Modellversuch in Soest abgewartet werden, eine Rückkehr zum Schutzstreifen auf dem Biesenkamp-Gehweg kommt überhaupt nicht in Betracht.

Castrop-Rauxel. Noch bevor der Antrag auf einen Radfahrstreifen mittig auf dem Biesenkamp, der Löns- und der Mühlenstraße überhaupt im zuständigen Ausschuss am 11. Mai behandelt wird, ist jetzt schon klar, dass es zu solch einer Lösung nicht kommen wird.

Wörtlich sagte Dobrindt unter Bezug auf den vom Land genehmigten zweimonatigen Modellversuch in Soest: "Beim Radfahren in der Straßenmitte ist deutlich geworden, dass es dafür keine Rechtsgrundlage gibt." Und als Konsequenz fügte er hinzu: "Ich denke, dass wir diese Erkenntnisse und Ergebnisse erst abwarten sollten, bevor wir selbst aktiv werden."

Fahrräder könnten Bussen Probleme bereiten

Gleichzeitig machte Dobrindt keinen Hehl aus seiner persönlichen Ablehnung. In Soest, so der TBG, fahre im Gegensatz zu Castrop kein Bus durch die zwei betroffenen Straßen. Das sei eine andere Situation. "Wenn ein voll besetzter Bus hinter einem Radfahrer herfahren muss, ist das eine Frage, die sorgfältig abgewogen werden muss", machte Dobrindt deutlich.

Im Anschluss an die Sitzung erklärte Meinolf Finke als Initiator des Antrags gegenüber unserer Zeitung, dass er diese Position nicht hinnehmen, sondern sich beim Verkehrsministerium in Düsseldorf für einen Parallelversuch in Castrop einsetzen werden.

Radweg auf dem Bürgersteig hat keine Zukunft

Der Vorschlag des Frohlinders Klaus-Jürgen Brinker zur Rückkehr auf den noch vorhandenen Radstreifen auf dem Biesenkamp-Bürgersteig hat keine Chance auf Verwirklichung. Das ging aus den Ausführungen Dobrindts zur Neugestaltung verschiedener Innenstadtbereiche hervor, zu der unter anderem die Beseitigung des farblich abgesetzten Streifens auf dem Biesenkamp gehört.

Da bis dahin aber noch einige Zeit vergehe, plädiere er dafür, kurzfristig durchgestrichene Fahrradpiktogramme auf dem entwidmeten Schutzstreifen aufbringen. Gleichzeitig räumte er ein, dass er auch dann von einer entsprechenden Wirkung nicht überzeugt sei. "Endgültig Ruhe werden wir erst haben, wenn die differierende Farbgebung weg ist."

Michael Fritsch