Radfahren in der Altstadt - Nur wenige waren dafür

Soll das Radfahren der Castroper Altstadt dauerhaft erlaubt sein? Die Stadtverwaltung empfiehlt das nach einer sechsmonatigen Testphase. In der Vorlage für die Politik heißt es unter anderem: Alle sprachen sich dafür aus, die jetzige Regelung beizubehalten. Bei einem genauen Blick stimmt das so allerdings nicht.

Castrop-rauxel. Bei näherem Hinsehen stellt sich allerdings heraus, dass eine solch generalisierende Feststellung den Fakten nicht gerecht wird. Mit der Händlerorganisation Casconcept war ein innenstadtrelevanter Akteur befragt worden, mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) eine stadtweit agierende Fachkompetenz. Während von den 89 Casconcept-Mitgliedern 63 die Umfrage ignorierten, sprachen sich 19 für und sieben gegen eine Radfahrerlaubnis aus.

Laut ADFC-Chef Martin Kühl-Lukas haben sich "knapp 20" der 60 Clubmitglieder an der Umfrage beteiligt, von denen 56 Prozent dafür waren, also wohl rund zehn. Damit sind es insgesamt also rund 30 Stimmen, die letztlich den Ausschlag für die Verwaltungsempfehlung gegeben haben müssen.


Hinzu kommt, dass die ADFC-Empfehlung drei erhebliche Einschränkungen enthält:

  • Der Samstag sollte ausgenommen sein.
  • Das vorgeschriebene Schrittfahren sei "rein technisch gesehen sehr schwierig".
  • Ohne radfahrerfreundliche Zu- und Abwegung zur Altstadt "liegt noch manches im Argen."

In diesem Zusammenhang wies Kühl-Lukas zudem auf bestehende Ungereimtheiten hin. "Von der Mühlengasse aus ist das Radfahren in die City immer noch zeitlich eingeschränkt", sagte er.

Darüber hinaus herrsche auch auf dem Biesenkamp nach wie vor Chaos: "Fahrradfahrer fahren in beide Richtungen auf dem entwidmeten Streifen und Autofahrer hupen Radfahrer an, die korrekt auf der Straße fahren", sagte der ADFC-Chef. Auf dem Streifen prangt in Höhe der Bar "Barcelona" auch immer noch ein Fahrradsignal. Seine Forderung: Freigabe des Biesenkamps für Fahrradfahrer auch in Gegenrichtung.

Michael Fritsch