Puzzle-Spiel mit historischen Schnipseln

Die Autorin Sabine Grimm stellte ihr neues Buch über die Burg Henrichenburg im Stadtarchiv vor und übergab dem Henrichenburger Heinrich Olfmann sowie Thomas Jasper und Johannes Materna (v.l.) vom Stadtarchiv Exemplare. Foto: Thomas Gödde
Die Autorin Sabine Grimm stellte ihr neues Buch über die Burg Henrichenburg im Stadtarchiv vor und übergab dem Henrichenburger Heinrich Olfmann sowie Thomas Jasper und Johannes Materna (v.l.) vom Stadtarchiv Exemplare. Foto: Thomas Gödde
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Die Lünener Autorin Sabine Grimm hat ein Buch über die Burg Henrichenburg geschrieben. Viele Recherchen in Archiven waren nötig, um Erkenntnisse über die in Vergessenheit geratene Anlage zusammenzutragen.

Castrop-Rauxel.. Es ranken sich manche Sagen um sie, selbst einen Geist soll es gegeben haben und einen Goldschatz – auf der Burg Henrichenburg. Im Jahre 1263 wird Arnold Ritter von Henrichenburg erstmals urkundlich erwähnt. Jetzt hat die Autorin Sabine Günther, unter ihrem Mädchennamen Grimm publizierend, Geschichten und Impressionen zusammengetragen, die sich finden ließen zu der lange in Vergessenheit geratenen Ritterburg.

Erst 1994 war der namensgebende Mittelpunkt des Ortes und späteren Stadtteils von Castrop-Rauxel wieder aufgetaucht – bei Erschließungsarbeiten war man auf die Überreste der Fundamente gestoßen. Seitdem erinnert der Landschaftspark über dem Bodendenkmal an die Burg Henrichenburg – Bäume und Hecken bilden die Grundrisse der ehemaligen Anlage nach.

Besonders spannend fand auch Sabine Günther die Geschichte der Burg Henrichenburg. Denn, so die Lünener Autorin: „Mich reizt es, wenn über eine Burganlage noch nicht viel bekannt ist.“ Das Zusammentragen der historischen Schnipsel sei dann wie ein Puzzle-Spiel für sie, berichtet Sabine Günther. Dem Charme der Burgen und Schlösser ist die gelernte Krankenschwester schon früh erlegen: Sabine Günther, geborene Grimm, wuchs in Lünen auf – ganz in der Nähe der Buddenburg, die ihr als Spielplatz diente. Als Erwachsene begann sie dann zu recherchieren, biss sich an dem historischen Thema fest, verbrachte unzählige Stunden in den umliegenden Stadtarchiven. So auch in Castrop-Rauxel. Wobei zur Historie der Burg Henrichenburg nicht sonderlich viel bekannt ist.

Historiker Thomas Jaspers vom Stadtarchiv erklärt, warum: „Die Überlieferungslage von Henrichenburg ist nicht sonderlich gut, weil der Stadtteil erst 1975 eingemeindet worden ist.“ Damals seien zwar wichtige Unterlagen wie etwa die des Standesamtes an die Verwaltung von Castrop-Rauxel übergeben worden, vieles an historischem Material sei allerdings seitdem verschwunden.

Ein Glücksfall, dass Sabine Günther schließlich auf Heinrich Olfmann traf. Der Henrichenburger war 40 Jahre lang Wirt in dem nördlichen Stadtteil und Hobby-Historiker noch dazu. Letzteres ist er geblieben und hütet zahlreiche Dokumente, die die Henrichenburger Geschichte lebendig werden lassen. Darunter auch viele alte Bilder, die Sabine Günther für ihr gerade erschienenes Buch verwenden durfte. Etwa ein Gemälde von Otto Schwarz aus Oberwiese, das um 1900 entstand und die damalige Burganlage zeigt. „Durch die Bilder ist es, als ob man einen Spaziergang durch die damalige Zeit macht“, so die Autorin.

Geschichtsträchtiger Namensgeber

Zusammen mit ausgewählten Gedichten, etwa von der Schriftstellerin Hedwig Kiesekamp, die 1844 auf dem Rittergut Henrichenburg geboren worden war, und liebevoll erzählten Geschichten ist ein umfassendes Werk entstanden, das dem Leser die Vergangenheit des geschichtsträchtigen Namensgebers näherbringt. Und wer weiß: Vielleicht taucht der verschwundene Goldschatz eines Tages ja doch wieder auf.

Bücherreihe „Unruhige Zeiten“

Das Buch „Geschichte und Impressionen – Burg Henrichenburg“ von Sabine Grimm ist über den Buchhandel unter der ISBN 978-3842374478 für 26 Euro zu beziehen. Außerdem arbeitet die Lünener Autorin an ihrer Bücherreihe „Unruhige Zeiten“, in der unter anderem bereits die Bände „Schloss Wilbring – Heimat des Hexenwahns“ und „Impressionen-Schloss Löringhof“ erschienen sind.

 
 

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