Polizei hält Warnungen vor Kinderraub auf Facebook für Blödsinn

Michael Fritsch, Benjamin Konietzny
Meldungen wie diese kursieren momentan auch bei Castrop-Rauxeler Facebook-Nutzern. Die Polizei hält sie für schlechte Scherze. Screenshot: Konietzny
Meldungen wie diese kursieren momentan auch bei Castrop-Rauxeler Facebook-Nutzern. Die Polizei hält sie für schlechte Scherze. Screenshot: Konietzny
Foto: Screenshot: Konietzny
Die Warnung klingt gruselig: Die Organmafia macht in Deutschland Jagd auf Kinder und Jugendliche, entführt sie, weidet sie womöglich aus. Diese Warnmeldung ist nun auch wieder in Castrop-Rauxel aufgetaucht. Die Polizei warnt ebenfalls: davor, der Warnung Glauben zu schenken.

Castrop-Rauxel. Die Polizei hat aktuell im Internet auftauchende Warnungen über ausländische Kinderräuber in der Region als "totalen Blödsinn" zurückgewiesen. "Da ist überhaupt nichts dran", versicherte Ramona Hörst, Sprecherin der Polizei in Recklinghausen.

Falschmeldungen werden in Kettenbriefmanier verbreitet

Diese Nachricht geistere seit einem Tatort-Krimi 2011 als so genannte Hoax-Falschmeldung durchs Internet. Der Begriff Hoax stammt abgeleitet von hocus aus dem Englischen und steht für Jux oder Schabernack. Solche Falschmeldungen, die in Kettenbriefmanier im Internet kursieren, verbreiten häufig Angst und Schrecken in der Bevölkerung.

Aufmerksam gemacht hatte uns unser Leser Hermann Bödecker, dem die Warnung aktuell bei Facebook aufgefallen war. Darin heißt es unter anderem in schlechtem Deutsch: "Achtung Achtung Achtung. Bulgarische & Rumänische Organmafia jetzt auch in Deutschland auf Jagd nach Kindern und Jugendliche. Entführungen bereits in Duisburg und Essen. Diese Leute nehmen sogar Kinder aus Kinderwagen heraus. Achtet auf ausländische Kennzeichen und Zigeuner. Am besten direkt ansprechen was die hier machen zur Abschreckung."

Solche Meldungen kursieren lange im Internet

Zu den Hintergründen der Falschmeldungen ist nicht all zu viel bekannt. Polizeisprecherin Hörst schätzt: "Das ist im Grunde genommen Panikmache. Gerade Warnmeldungen, bei denen Angst im Spiel ist, machen wahnsinnig schnell die Runde", sagt sie. Die Verbreitung erfolge meist mit einem "noblen" Hintergedanken - nämlich Freunde und Familie zu warnen. Und so hielten sich die Meldungen zum Teil, wie im aktuellen Fall, seit Monaten oder Jahren im Netz.

Ein Projekt der Technischen Universität Berlin dokumentiert seit 15 Jahren aktuelle und vergangene Hoax-Meldungen. Einen Link zur Hoax-Liste finden Sie hier: http://hoax-info.tubit.tu-berlin.de/hoax/.