Platzverweis für Prostituierte

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Castrop-Rauxel. Nach der Einrichtung des Sperrbezirks in Dortmund im vergangenen Jahr haben sich einige Prostituierte auf dem Wanderparkplatz am Westring angesiedelt. Doch nun dürfen sich die Damen dort nicht mehr aufhalten. Der Regionalverband Ruhr hat ihnen als Eigentümer des Areals vor wenigen Wochen einen Platzverweis erteilt. Denn: Seit Ende Januar sind sie mit einem Campingwagen vor Ort, was weder das Ordnungsamt noch der RVR dulden.

„Bisher war es so, dass die Frauen auf dem Parkplatz auf ihre Kunden gewartet haben und dann mit ihnen einen anderen Ort aufgesucht haben“, erklärt Ordnungsamtschef Manfred Koert. Zum Sex sei es am Westring somit in aller Regel nicht gekommen. „Es war also nicht so, dass eine Erregung öffentlichen Ärgernisses vorlag“, sagt Koert. Der kleine Straßenstrich sei kein Störfaktor gewesen, zumal Prostitution ja nicht verboten sei.

„Doch jetzt, durch die Platzierung eines Wohnwagens, hat das Ganze eine andere Qualität bekommen“, so der Leiter des Ordnungsamtes. „Da muss man einschreiten.“ Deshalb habe der Regionalverband den Halter des Fahrzeugs mit Hagener Kennzeichen am 8. Februar angeschrieben und den Platzverweis erteilt. Das habe allerdings zunächst nicht gefruchtet. „Unsere Mitarbeiter haben den Platzverweis vor Ort dann auch noch einmal mündlich ausgesprochen.“ Aber: Erst am vergangenen Freitag stand der Campingwagen erneut am Westring – rot erleuchtet.

„Wir werden nun im Laufe dieser Woche ein gemeinsames Gespräch mit dem Regionalverband, um abzuklären, wie wir nun weiterverfahren“, erläutert Manfred Koert das weitere Vorgehen. „Wir werden den Parkplatz auf jeden Fall weiterhin kontrollieren.“ Rein rechtlich gesehen, handele es sich bei der Missachtung des Platzverweises immerhin um Hausfriedensbruch. „Sollte sich nachhaltig nichts ändern, müssen wir uns auch mit der Polizei kurz schließen und abstimmen, was zu tun ist“, sagt Koert, der die Situation vor Ort im Auge behält.

„Es befinden sich nie mehr als fünf Frauen auf dem Parkplatz“, berichtet er. „Sie sind auch nicht jeden Tag da, weil sie wohl noch andere Standorte haben. Bei den Damen handele es sich um Deutsche, nicht etwa um verdrängte Osteuropäerinnen.

„Zwei von ihnen haben in Dortmund an der Ravensberger Straße gearbeitet, bevor dort der Sperrbezirk eingerichtet wurde“, so Koert.

 
 

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