Nachdenkliches zum Welttag des Buches

Foto: WAZ FotoPool
Autorin Inge Meyer-Dietrich las am Welttag des Buchs vor Achtklässlern des Ernst-Barlach-Gymnasiums.

Castrop-Rauxel.. Max geht nicht gerne zur Schule. Gar nicht gerne. Denn dort ist er jeden Tag den Demütigungen, Hänseleien und Tätlichkeiten von Marian, Benno und „Schnecke“ ausgesetzt. Sie grenzen ihn aus, nur weil er etwas kleiner ist. Sie schimpfen ihn „Bonsai“ und „Liliput“, ja, stopfen ihm in den Pausen Gras und Erde in den Mund, so dass er heftig würgen muss. Max stellt sich vor, es ihnen heimzuzahlen, sie zu erschießen, einen nach dem anderen.

„Nachdem ich das Manuskript beim Verlag abgegeben hatte, geschah der schlimme Amoklauf in Erfurt“, erzählt Schriftstellerin Inge Meyer-Dietrich. Sie habe daraufhin überlegt, ob sie jene Passage mit den Rachegedanken im Buch ändern solle. Doch sie entschied sich dagegen – sie wollte zum Nachdenken anregen.

Bei den Schülern des Ernst-Barlach-Gymnasiums gelang ihr das. Aufmerksam hörten die Achtklässler der Autorin zu, als diese gestern am Welttag des Buches aus ihrem Werk „He, Kleiner!“ las. Darin erzählt sie sensibel die Geschichte des Protagonisten Max, einem Mobbing-Opfer.

Inge Meyer-Dietrich versteht es, sich in die Hauptfigur einzufühlen. Sie hat ein überaus feines Gespür für das, was Kinder und Jugendliche bewegt, welchen Blick sie auf das Leben haben. Deutlich wird das auch bei dem zweiten Werk, aus dem sie gestern vor den achten Klassen des Ernst-Barlach-Gymnasiums gelesen hat. Der Titel: „Bin noch unterwegs“. Eine Geschichte über die 16-jährige Laura, die den ewigen Streit zwischen Vater und Mutter nicht mehr ertragen kann und ausreißt. Eine Geschichte, die zum Zuhören zwingt, so lebendig und gefühlvoll ist sie geschrieben.

 
 

EURE FAVORITEN