Möglichst wenig Lärm und Dreck

Projektleiterin Silke Wienforth beantwortete bei der Info-Veranstaltung die Fragen der Bürger. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
Projektleiterin Silke Wienforth beantwortete bei der Info-Veranstaltung die Fragen der Bürger. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
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Castrop-Rauxel.. In diesen Tagen beginnt die Emschergenossenschaft an der Ickerner Straße mit der Einrichtung der Baustraße entlang der „Schwatten“.

Für betroffene Anwohner bedeutet dies: Sie müssen sich nun damit arrangieren, dass sie eine Baustelle direkt hinter ihrem Gartenzaun haben (wir berichteten). Doch die Emschergenossenschaft betonte am Mittwochabend bei einer Informationsveranstaltung in der Janusz-Korczak-Gesamtschule: Sie und die beauftragten Firmen wollen die bevorstehenden Baumaßnahmen – die Einrichtung der Straße sowie die Errichtung der Schachtanlagen – so störungsfrei wie möglich abzuwickeln. Allerdings seien Beeinträchtigungen nicht immer zu vermeiden, warb die Emschergenossenschaft um Verständnis – und fand es bei den gut 100 anwesenden Bürgern durchaus auch.

Projektleiterin Silke Wienforth erläuterte die Maßnahmen: „Es wird nun zunächst die Baustraße von Ost nach West eingerichtet.“ Breite: 3,50 Meter – was aber nicht bedeutet, dass alle Anwohner etwas von ihrem Garten abknapsen müssen. „Ganz aktuell benötigen wir für den Bau der Straße zwei Pachtgrundstücke“, ergänzte Ilias Abawi, Pressesprecher der Emschergenossenschaft. „Die Anwohner haben aber frühzeitig die Kündigung erhalten.“ Sie müssen das gepachtete Stück Garten zu gegebener Zeit räumen – die Laube zurückbauen, den Walnussbaum umsetzen oder fällen. Aufregung gab es deswegen bisher nicht.

Insgesamt zehn Pächter werden dann allerdings betroffen sein, wenn der Bau des Stauraumkanals Industriestraße beginnt. Das wird aber erst im Januar 2013 der Fall sein, wie Silke Wienforth erklärte. Zunächst starte jetzt im Frühsommer der Bau des Abwasserkanals Emscher (AKE). „Dafür werden 13 Schachtanlagen errichtet, die später dem Rohrvortrieb dienen“, so Wienforth.

Staub und Dreck müssen die Anwohner während der Baumaßnahmen offenbar nicht fürchten, selbst dann nicht, wenn hier und da etwas Erde vom Lkw fällt. „Wenn es im Sommer sehr heiß sein sollte“, betonte Ilias Abawi, „dann werden wir wässern, damit es nirgendwo staubt.“ Darüber hinaus seien die Arbeiter vor Ort angewiesen, die Fahrzeuge nicht mit zu viel Bodenaushub zu beladen, so dass nicht ständig etwas hinab fällt.

Die Emschergenossenschaft werde darauf achten, auch darauf, dass es nicht zu übermäßigen Lärmbelästigungen komme. So wird die Baustraße asphaltiert sein, was Fahrgeräusche minimiere. „Die Lkw dürfen natürlich auch nicht rasen“, so Abawi. Zudem gebe es auf der Baustraße eine Einbahnregelung von westlicher in östlicher Richtung. Mit etwa 30 Fahrten pro Tag sei zu rechnen, die Arbeitszeit erstrecke sich über den Zeitraum von 7 bis 20 Uhr.

Natürlich, so räumt er ein, „werden die Bauarbeiten wahrnehmbar sein, die Castrop-Rauxeler können sich stets an uns wenden und ihre Beschwerden, ihre Kritik, aber gerne auch ihr Lob äußern.“ So wird die Emschergenossenschaft künftig auch zur Bürgersprechstunde ins Baubüro einladen – und zwar regelmäßig. Abawi: „Uns ist der Kontakt sehr wichtig.“ Es sei zu hoffen, dass die breite Akzeptanz bleibe – immerhin wird der Bau des Kanalsystems bis 2017 dauern, wobei der unterirdische Rohrvortrieb kaum spürbar sein wird.

Nach der Fertigstellung des AKE wird die Emschergenossenschaft drei Abluftbehandlungsanlagen errichten. Die Standorte der mehrere Meter hohen Entlüftungsschornsteine: im Bereich der Ickerner Straße an der A 2, an der Henrichenburger Straße und direkt an der König-Ludwig-Trasse in Pöppinghausen.

Erst 2017 wird dann auch die ökologische Verbesserung der Emscher erfolgen – das Zeitfenster: von 2018 bis 2020. „Wir wollen das Gewässer erlebbar machen“, sagt Abawi. Heißt: Denkbar wäre es, auf beiden Seiten der Emscher Fuß- und Radwege zu bauen, was wiederum Einschränkungen für die direkten Anwohner nach sich ziehen könnte. „Es wird aber auch nicht einfach entschieden und mitgeteilt“, betonte Ilias Abawi. Die Emschergenossenschaft wolle die Bürger durchaus einbinden.

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