Mit der Grillsaison steigt die Infektionsgefahr

Im Kreis Recklinghausen sind in diesem Jahr bereits 149 Durchfallerkrankungen durch Campylobacter-Infektionen festgestellt worden. Meist werden die Erreger durch Hähnchenfleisch übertragen. „Mit beginnender Grillsaison steigt nun die Gefahr von Infektionen weiter an“, so Oliver Schneider von der DAK-Gesundheit in Recklinghausen. Aber: Zu Infektionen kommt es nicht am Grill

Ein weit verbreiteter Irrtum führe vielmehr in vielen Küchen zu Infektionen durch diese Bakterien: Zwar werde Hähnchenfleisch meist ausreichend gekocht, gebraten oder gegrillt, die Erreger lauern aber woanders. Mangelnde Küchenhygiene bei der Vorbereitung des Grillguts sorge oft für eine äußerst unangenehme Infektion.

Campylobacter-Bakterien werden vorrangig durch Hähnchenfleisch übertragen. Sie gelangen vom rohen Fleisch auf die Hände oder die Arbeitsplatte und dann auf Lebensmittel, die nicht gegart werden. Dies könnte Salat sein, der an gleicher Stelle zubereitet wird. Die Folgen: Eine Erkrankung mit Durchfall und Bauchkrämpfen oder in besonders schweren Fällen auch Nerven- und Gelenksentzündungen.

Bei der Zubereitung von Hähnchenfleisch sei deshalb, so Schneider, besondere Aufmerksamkeit bei der Hygiene. „Hände, Arbeitsplatte, Messer und andere Küchenutensilien sollten gut abgespült werden.“ Werden zunächst Lebensmittel zubereitet, die nicht gegart werden, so verringere sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung weiter.

Durch ausreichendes Kochen oder Braten werden die Bakterien abgetötet. Einfrieren hingegen vermindert zwar deren Zahl, beseitigt sie jedoch nicht vollständig. Schon geringe Mengen reichen für eine Infektion.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat ein Verbraucher-Merkblatt mit Tipps zum „Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen mit Campylobacter“ herausgegeben: http://www.bfr.bund.de/cd/30417

 
 

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