Lichtscheue Zombies entern Tante Amanda

Geierabend
Geierabend
Foto: WAZ Fotopool

Castrop-Rauxel.  Auch Zombies brauchen mal die Sonne. Nach einer erfolgreichen Session auf Zeche Zollern stürmt der Ruhrpott-Karneval „Geierabend“ an diesem Wochenende mit seinem Sommer-Open Air den Biergarten „Tante Amanda“ in Westerfilde. Mit „Tubäus“ Matthias Dornhege sprach Gerhard Römhi ld.

Gut erholt nach dem winterlichen Karnevalsspektakel?

Matthias Dornhege: Mmmh, könnte man so sagen. Obwohl es nicht wirklich eine richtige Pause war. Für uns endet ja die Arbeit nicht mit dem Ende der Zechen-Saison.

Was steht dann an?

Vor allem der Geschäftsabschluss mit jeder Menge Büroarbeit. Damit am Ende Vergnügen rauskommt, und die Zuschauer ihren Spaß haben, müssen wir ganz schön malochen. Hinzu kommt die Reflektionsphase. Da schauen wir welche Dinge besonders gut waren, wo Verbesserungen nötig sind. Und seit ein paar Wochen geht’s voll in die Vorbereitung des dreitägigen Sommer Open Air. Das wird ja eine Mischung aus bewährtem Alten und auch Uraltem, eben eine richtige Best-of-Mischung.

Also ein aufwendiges Verfahren in punkto Abstimmung?

Richtig. Wir müssen gucken was geht und was nicht. Die Übergänge müssen geklärt sein, der Ablauf komplett neu gestrickt werden. Immerhin spielen wir auf der Zeche drei Stunden lang und bei Tante Amanda zwei Stunden. Einzelne haben dann schon mal Einwände oder Bedenken. Das alles muss stimmig auf den Punkt gebracht werden. Seit ein paar Tagen haben wir auch die aktive Probenphase gestartet. Und am Mittwoch beginnt der Aufbau. Das haut alles rein.

Mit was müssen die Gäste denn so rechnen?

Beim „Best Of“ unseres letzten Programms „Ein Zombie hing am Förderseil“ können sich Fans auf ein Wiedersehen mit vielen liebgewonnenen Bekannten wie dem „Präsi“ und dem „Steiger“, der kauzigen „Bandscheibe“ sowie den Vorstadt-Philosophen „Siegfried und Roy“ freuen. Gespannt sein darf man darauf, wie die bierseligen Fußballphilosophen „die Zwei vonne Südtribüne“ die harte Niederlage des BVB beim Champions League Finale in London verarbeiten.

Mitfeiern ist doch auch angesagt?

Ja, Tante Amanda, das hat Festival-Charakter. Im Anschluss an die Vorstellungen Freitag und Samstag wird bei einer großen Rock ’n’ Roll-Party mit Live-Band gefeiert. Wir freuen uns auf den „Grobschnitt“-Bassisten Milla Kapolke. Da wird’s laut, wir spielen, so lange wir dürfen. Ab elf Uhr drehen wir aus Nachbarschutzgründen die Regler von rechts nach links.

Erstmals soll es einen Flohmarkt geben. Wird jetzt der Fundus unter die Leute gebracht?

Viele Zuschauer fragen nach den Kostümen, wollen sie sogar nachbauen. Diesmal gibt’s die Chance auf den echten Fundus. Unsere Lagermöglichkeiten sind leider begrenzt, deshalb muss vieles ‘raus. Neben Kleinigkeiten und Tingel-Tangel kommen auch Großkostüme unter den Hammer. Ich sage nur Kakerlaken, große Fischköpfe und Pinguine. Auktionator ist das Ensemble-Duo Udo Muschkies und Gattin Moni. Der fiktive FDP-Nordstadt-Vorsitzende Muschkies führt die Verhandlungen und die Moni muss es machen. Der Erlös der Spaßnummer geht an das Straßenmagazin „Bodo“. Unsere Zuschauer haben also die einmalige Gelegenheit, ein Stückchen Geierabend mit nach Hause zu nehmen.

Da ist ja ganz schön viel los hinter den Kulissen des Geierabend?

Und es geht weiter, denn nach dem Open Air Wochenende stellen wir alle Weichen für den Winter. Dann wird Organisatorisches für den Zechenauftritt geplant. Und nach den Sommerferien steigen wir in die inhaltliche Diskussion ein, treten mit dem neuen Programm in Klausur. Also ist wirklich genug zu tun. Ich bin nur froh, dass ich zirkular atmen kann, also Dauerblasen bei gleichzeitiger Atmung. Insofern macht es mir zum Glück nichts aus.

Was macht den Reiz von Tante Amanda aus?

Ach, es ist einfach wunderbar gelegen, total im Grünen. Wir reden hier über ein in diesen Tagen frühsommerliches Highlight im idyllischen Außenbereich an der Grenze zu Frohlinde. Wenn unsere Rock ‘n’ Roll Show über die Bühne geht, ist es eine Art Woodstock in Westerfilde. Und gibt es auf der Bühne mal einen stillen Moment, dann hört man von hinten das Blöken der Schafe, die friedlich auf den Weiden grasen. Da kann ich mich dann jedes Mal abrollen. Überhaupt ist die Tante Amanda ein Heimspiel für alle Castroper. Gefühlt, also vom Herzen her, gehört der Flecken nämlich zu Castrop-Rauxel.