Lautes Echo auf Jahresbescheide in Castrop-Rauxel

Die am vergangenen Wochenende bei den Castrop-Rauxeler Hausbesitzern eingetrudelten Grundbesitzbescheide 2015 haben ein lautes Echo beim Stadtbetrieb EUV ausgelöst. Warum Grundsteuer B, Müllgebühren und Co. fast immer für Aufregung sorgen - wir erklären die Hintergründe.

Castrop-rauxel.. "Vier Mitarbeiter arbeiten die Meldungen ab und haben gut zu tun", unterstrich Wolfgang Linke, stellvertretender Chef des EUV, in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Und fügte hinzu: "In der ersten Woche ist erfahrungsgemäß immer die Hölle los, wir bitten um Verständnis, wenn es zu Wartezeiten kommt und sind dankbar, dass Bürger sich auf elektronischem Weg melden."

Ratenzahlung: "Wir reden mit den Leuten"

Umzüge, Hausverkäufe, Änderungen bei der Literzahl von Abfallbehältern: Das sind die Klassiker, deretwegen die Telefonleitungen glühen. Und dann gibt es da auch noch das Thema Ratenzahlung. Das räumt der EUV im Sinne einer bürgerfreundlichen Verwaltung selbstverständlich ein. Etwa wenn es zu happigen Nachforderungen kommt. Oder auch sonst zu Bürgerbeiträgen nach dem Kommunalen Abgabegesetz.

"Dabei ist jeder Stundungs- oder Ratenfall individuell zu betrachten", verdeutlichte Linke. Grundsätzlich gelte die Direktive, Nachforderungen im Laufe eines Jahres zu kassieren. "Aber wir reden mit den Leuten. Und das ist wirklich richtiges Verhandeln, geht es doch bei größeren Objekten um vierstellige Beiträge", erklärt Linke.

"Kassenrest" von über vier Millionen Euro

Was am Jahresende beim EUV in der Kasse fehlt, wird subsummiert beim Posten "Kassenreste" in der Kämmerei. In den Topf gehören, wie Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann auf Anfrage erklärte, fehlende Einnahmen durch die Gewerbesteuer ebenso wie etwa ausstehende Bußgelder oder eben Gebühren und Unterhaltsleistungen.


75.000 Einwohner Castrop-Rauxels hatten am 31. Dezember 2014 für einen "Kassenrest" von 4.481.722 Euro gesorgt. Ein Jahr zuvor waren es noch über fünf Millionen Euro.Wie sich der Betrag von 4481 Millionen Euro zusammensetzt, ließ sich auf der Sitzung des Haupt- und Finanzausschussesnicht klären. Vermutlich machen fehlende Gewerbesteuereinnahmen einen großen Teil aus.

Revierstädte warten auf Geld
Die Revierstädte warten auf insgesamt mehr als 600 Millionen Euro Einnahmen aus ausstehenden Bußgeldern, Gebühren und Steuern.Dortmund lag bei der letzten freigegebenen Statistik Ende 2012 mit 371 Euro pro Einwohner an der Spitze. Bei anderen vergleichbaren Städten, lag Herne mit 213 Euro pro Nase vorne.Castrop-Rauxel müsste bei rund 60 Euro liegen.

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