Kripo nimmt neue Speichelproben im alten Mordfall an 16-Jähriger aus Dortmund

Der Mord an Nicole Denise Schalla vom 14. Oktober 1993 ist bis heute nicht aufgeklärt.
Der Mord an Nicole Denise Schalla vom 14. Oktober 1993 ist bis heute nicht aufgeklärt.
Foto: WR/Hermann Pruys
20 Jahre nach dem bisher ungeklärten Mord an Nicole Denise Schalla (16) aus Dortmund-Kirchlinde wird der Täter weiter gesucht - auch in Castrop-Rauxel. Die Polizei versucht nun, mit neuen Speichelproben und neuen, verbesserten DNA-Analysen endlich den Täter zu fassen.

Dortmund/Castrop-Rauxel.. Vor 20 Jahren, am 14. Oktober 1993, wurde Nicole Denise Schalla ermordet. Bis heute ist das Verbrechen an dem 16-jährigen Mädchen aus Dortmund-Kirchlinde, das auch das Castroper Jugendzen­trum besuchte, nicht aufgeklärt. Jetzt versucht die Kripo mit Speichelproben, den Täter zu ermitteln – auch in Castrop-Rauxel.

Kriminalhauptkommissar Uwe Block (52) aus Dortmund lässt der Mord keine Ruhe. „So ein Fall beschäftigt mich schon über das normale Maß hinaus, wenn ein junges Mädchen, das sein ganzes Leben noch vor sich hat, umgebracht wird“, erzählt der Ermittler.

Was am Tattag geschah, konnte nur zum Teil rekonstruiert werden. Am Nachmittag des 14. Oktober 1993 macht sich Nicole Denise mit Bus und Bahn zu ihrem Reitstall nach Bochum auf. Abends besucht sie ihren Freund in Herne. Von der Haltestelle „Am Knie“ nahe der Teutoburgia-Siedlung fährt sie mit der Linie 311 nach Castrop, wo sie um 21.10 Uhr ankommt. Um 22.22 Uhr steigt sie in die Linie 472 Richtung Kirchlinde. Hier wechselt sie in den 476er Richtung Jungferntal.

Etwa 25-jähriger Mann gesucht

Gegen 22.45 Uhr, daran erinnerte sich später der Busfahrer, stieg Nicole Denise an der Haltestelle Jungferntal aus, nicht weit von ihrem Elternhaus entfernt, und machte sich auf den Heimweg.

Dort aber kommt sie nie an. Am nächsten Morgen findet eine Zeitungsbotin kurz vor 8 Uhr die Leiche der 16-Jährigen in der Einfahrt eines Schulgeländes. Vier Tage später finden Kinder Nicoles Rucksack, etwa 300 m vom Tatort entfernt. Es fehlen ein Knirps-Schirm und eine O’Neill-Geldbörse.

Ob der Täter auch im Bus gesessen hat, ihr vielleicht sogar von Castrop gefolgt ist, weiß die Polizei nicht. Der Busfahrer hat damals berichtet, dass neben Nicole Denise noch ein weiterer Fahrgast am Jungferntal ausgestiegen ist. Von ihm wurde später ein Phantombild angefertigt, das auch in dieser Zeitung abgedruckt wurde. Dabei sollte es sich um einen etwa 25-jährigen Mann handeln, 1,70 m groß, schwarzes, gelocktes, halblanges Haar. Er trug eine schwarze blousonförmige Lederjacke und blaue Jeans. „Ob er der Täter ist, ob er Nicole gar nicht beachtet hat, das wissen wir nicht“, erklärt Uwe Block.

Hoffnung auf neue DNA-Analysen

Jetzt hofft Uwe Block auf neue, verbesserte DNA-Analysen. Ein Ergebnis, so oder so, werden die Untersuchungen des Landeskriminalamtes haben: „Wenn wir jetzt keine Spur finden, dann wissen wir aber, dass wir den Täter noch nicht überprüft haben.“

Die Ermittlungen gehen auf jeden Fall weiter. Auch 20 Jahre nach dem Verbrechen.

Noch immer hofft Kriminalhauptkommissar Uwe Block auf Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Ergreifung des Täters führen. Auch für Hinweise, die aus Sicht des Zeugen scheinbar unwichtig sind, wäre er dankbar. Block ist zu erreichen über die Kriminalwache in Dortmund, 0231 132 74 41

Auch auf „Facebook“ ist eine Seite namens „Mordfall Nicole Denise Schalla“ eingerichtet, allerdings ohne Mitwirkung der Polizei. Dort sind Ausschnitte aus einer Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ zu sehen.

 
 

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