Knöllchen für Parken auf stillgelegtem Radweg

Vor über einem Jahr hat die Stadt Castrop-Rauxel den Radweg auf dem Bürgersteig von Wittener Straße und Biesenkamp stillgelegt. Radler nutzen ihn jedoch weiter fleißig. Und auch das Ordnungsamt verteilte noch Knöllchen an Autofahrer, die den vermeintlichen Radweg beim Parken blockierten. Dafür gab's Kritik. Kritik, auf die die Stadt nun prompt reagiert hat.

Castrop-rauxel. Update 15:51 Uhr:
Die Stadt hat auf die Kritik mehrerer Leser an der unzureichenden Kennzeichnung des ehemaligen Radwegs auf dem Bürgersteig von Wittener Straße und Biesenkamp reagiert. Es wurden zwei neue Schilder angebracht, die klar machen: "Nur für Fußgänger". Eins steht an der Dortmunder Straße, bevor es rechts auf die Wittener Straße geht, das zweite an der Wittener Straße vor der der Einmündung in den Brückenweg. Gisbert Babel vom Stadtbetrieb EUV kommentiert lakonisch: "An Schilder halten sich die Leute eh nicht." An der Grimbergstraße auf Schwerin hängt hingegen immer noch ein überholtes Schild, das auf den Radweg auf der Bodelschwingher Straße hinweist. Diesen Radweg gibt’s genau so wenig noch wie den in der Altstadt.


Ursprüngliche Meldung:
Der Radweg auf dem Bürgersteig von Wittener Straße und Biesenkamp ist seit über einem Jahr Geschichte. Trotzdem wird er nach wie vor eifrig von Radfahrern benutzt. Mehrfach hat unsere Redaktion ausführlich über dieses Thema berichtet, nachdem sich Leser beschwert hatten, dass die Beschilderung nicht ausreichend sei. Außerdem sind auf der Strecke nach wie vor Fahrrad-Kennzeichen abgebildet.


Aufhebung des Radwegs nicht kommuniziert?


Jetzt hat ein Obercastroper erfahren müssen, dass die Regelung über die Aufhebung des Radwegs offenbar nicht einmal im Ordnungsamt kommuniziert worden ist. Der Mann stellte Samstag sein Auto kurzfristig ein Stück auf dem Bürgersteig vor der Volksbank am Biesenkamp ab, um einen Einkauf einladen zu können.


Als Quittung dafür bekam er eine schnelle Knolle. Der "Tatvorwurf" liest sich Schwarz auf Weiß so: "Sie parkten auf einem Radweg". Noch vor einigen Wochen, Ende April, bekam unsere Redaktion folgende Stellungnahme von der Stadt zum stillgelegten, aber nach wie vor stark frequentierten Radweg. "Wir haben sogar die ersten fünf Meter des dunklen Pflasters rausnehmen lassen und stattdessen grau markiert", erklärte der Verkehrsexperte im städtischen Ordnungsamt Gunther Gabka. Die dunklen Pflastersteine komplett rauszunehmen, scheitere am hohen Kostenaufwand. Die Stadt sei aber nach wie vor daran interessiert, dass Problem mit dem stillgelegten Radweg zu lösen.

"Lebensgefährliche Situation"


Die Situation auf dem Radweg ist nicht nur dem Ordnungsamt ein Dorn im Auge, auch einige Bürger beklagen sich über den regen Verkehr auf dem stillgelegten Weg. Martin Wenzel (74) erklärte gegenüber unserer Redaktion: "Das ist dort manchmal lebensgefährlich, wenn die Kunden aus dem Rewe kommen und ein Radfahrer kommt auf dem Bürgersteig daher geschossen." Denn die meisten Radfahrer wüssten nichts von der neuen Regelung. "Notfalls", sagt er, solle die Stadt ein Schild anbringen - etwa mit der Aufschrift "Hier kein Radweg".

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