Kehraus wird zum Geiermorgen

Foto: WR/Franz Luthe

Matthias Dornhege ist Gründungsmitglied der „Geier“. Mit dem „Tubäus“ aus Castrop-Rauxel sprach Gerhard Römhild über die abgelaufene Ruhrpottkarneval-Session.

Wurde der letzte Geieraband zur Geiernacht oder gar zum Geiermorgen?

Dornhege: Bei mir wurde das eindeutig zum Geiermorgen. Und der war dann kürzer als kurz, weil wir bereits mittags wieder auffe Zeche sein mussten, um Instrumente, Kostüme und Requisiten fortzuschaffen. Das ist immer wieder der graugefühlteste Tag des Jahres - „Kehraus“. Immerhin gab’s für mich abends einen versöhnlichen Abschluss: Ich durfte in der für die „Zwei vonne Südtribühne“ verbotenen Stadt einen 3:1-Krimi miterleben und bejubeln.

Acht Wochen Ruhrpottkarneval sind passé. Ein Erfolg?

Der diesjährige Geierabend unter dem Motto „Pott to go“ war einfach großartig. Nicht nur, dass gefühlte 98% der Zuschauer davon sprachen, es sei eines der besten, wenn nicht gar das beste Programm seit Geiergedenken gewesen. Viel entscheidender aber ist unser Publikum selbst. Zwar kann ohne gute Szenen, Moderation und Musik der Funke nicht rüberspringen. Aber was - umgekehrt - uns auf der Bühne an ausgelassen-kochender Stimmung von unseren Zuschauern geschenkt wurde - da kann „mensch“ nur mit allergrößter Spielfreude bei der Arbeit sein.

Hat die Blaserei nun Pause?

Ja, ein kurzes Verschnaufen muss sein. Aber es ist wie beim Sport, ohne Training machen die Lippenmuskeln schnell schlapp. Erfreulicherweise findet meine nächste öffentliche Blaserei im Castroper Bürgerhaus statt, wenn unser Geier-Regisseur und Maler Günter Rückert dort am 10. April seine neueste Ausstellung eröffnet. Meine wundervolle Geigen-Kollegin Bettina Hagemann und ich dürfen Rückerts Radierungen dann musikalisch „rahmen“.

Nach der Arbeit sollst du ruhen. Geht’s nach Driburg?

Och ne, in Driburg war ich schon, im letzten Jahrtausend, auf Klassenfahrt. Außerdem ist Unruhe der Motor des Lebens und Urlaub noch lange nicht in Sicht. Aber ich freue mich, endlich wieder etwas mehr Zeit für andere Projekte wie etwa meine Lyrikbastelstube zu haben.

Nach dem Geierabend ist vor dem Geierabend. . .

Nicht nur das, der ist sogar noch dazwischen. Bereits ab der nächsten Woche werden wir uns selbstkritisch mit der abgelaufenen Session beschäftigen, um die nächste in 2012 vorzubereiten. Und angesichts unseres traditionellen „Open Air“ im Biergarten von „Tante Amanda“ (1. bis 3. Juli) kratzen die Geierkrallen bereits jetzt unüberhörbar den Bühnenboden.

 
 

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