Frösche an die Wand werfen

Eröffnungsveranstaltung der Frauenkulturtage in Castrop-Rauxel, Sabine Henke tritt mit ihrem Programm "Macherinnen, Mimosen und Memmen" in der Kleinen Aula des Adalbert-Stifter-Gymnasiums auf. WAZ FotoPool
Eröffnungsveranstaltung der Frauenkulturtage in Castrop-Rauxel, Sabine Henke tritt mit ihrem Programm "Macherinnen, Mimosen und Memmen" in der Kleinen Aula des Adalbert-Stifter-Gymnasiums auf. WAZ FotoPool
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Castrop-Rauxel.  Deutliche Worte zur immer noch unerreichten Gleichstellung von Frauen. Angelika Himmert, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, eröffnete die 24. Frauenkulturtage in der kleinen Aula des Adalbert-Stifter-Gymnasiums an der Leonhardstraße: „Die Gleichstellung von Frauen ist noch nicht ausreichend umgesetzt. Das trifft auch auf Castrop-Rauxel zu.“

Auch in der Europastadt liege das Gehalt der Frauen bei gleicher Qualifikation oft noch immer unter dem der Männer. Bürgermeister Johannes Beisenherz bestätigte, dass selbst in der örtlichen Stadtverwaltung mehr Männer in Führungspositionen arbeiteten als Frauen.

Das lange Warten auf Mr. Right

„Es stehen leider noch zu wenig Frauen in Spitzenpositionen. Dieser Zustand kann sich ändern. Zeigt es uns!“, appellierte er an die Frauen. Das ließ sich jedenfalls Kabarettistin und Schauspielerin Sabine Henke nicht zweimal sagen. Sie übernahm sogleich mit scharfsinnigem Humor und Pointen aus der Politik das Kommando über die Auftaktveranstaltung der Frauenkulturtage. Mit ihrem Programm „Macherinnen, Memmen und Mimosen“ traf sie bei den zahlreichen Zuhörerinnen und zaghaft erschienen Zuhörern mitten ins Schwarze.

Von der forschen Bayerin bis zur überspitzt dargestellten verträumten und naiven Hausfrau mimte sie ganz verschiedene Frauentypen. Auch zum Thema Männersuche hatte Henke einige kecke Sprüche parat. „Also ich warte auf Mr. Right. So viele Frauen werfen ihren Frosch an die Wand und warten auf die Verwandlung in den Prinzen. Aber es passiert nichts, und dann leben sie Jahrzehnte mit dem beschädigten Frosch“.

Für ihre Parodien und gewitzten Alltagsepisoden erntete sie durchgehend Gelächter und Applaus. Die Rolle der heutigen Frau sei insgesamt sehr komplex, so der Tenor ihres Programms. Familie, Haushalt und Karriere – da stecke doch in jeder Frau ein bisschen Macherin, Memme und Mimose.

„Optimisten sagen, das Glas ist halb voll. Pessimisten sagen, das Glas ist halb leer. Aber ich bin Pragmatikerin und frage, wer wäscht das Glas ab?“. Den unterhaltsamen Abend zum Beginn der Frauenkulturtage lobten Rita Wlodarczyk und Helga Maaß: „Wenn man ausgeht, muss es nicht immer Essen und Trinken sein. Wir sind beide für kulturelle Veranstaltungen zu haben, da kommt uns dieses Programm gerade recht.“

Bis zum 23. März (ein Samstag) gibt es anlässlich der aktuellen Frauenkulturtage in Castrop-Rauxel noch viele weitere Veranstaltungen mit Vorträgen, Kursen und Musik.

Das komplette Veranstaltungsprogramm ist auf der städtischen Internetseite www.castrop-rauxel.de einsehbar und steht auch als Flyer zum Download und Ausdrucken bereit.

 
 

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