Fest der islamischen Gemeinde an Ostern sorgt in Castrop-Rauxel für Ärger

Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs hatte zum Begegnungsfest eingeladen. Foto: Udo Kreikenbohm
Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs hatte zum Begegnungsfest eingeladen. Foto: Udo Kreikenbohm
Foto: WAZ FotoPool
Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs hatte am Osterwochenende zum Begegnungsfest eingeladen. An der Terminwahl nahm mancher Anstoß. Die Muslime aber wollten lediglich mit den Anwohnern ins Gespräch kommen.

Castrop-Rauxel. Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs an der Wittener Straße feierte am Osterwochenende ihr Begegnungsfest. An der Terminwahl nahm mancher Anstoß. Wie die Polizei mitteilte, meldeten sich mehrere Anwohner und beschwerten sich über massive Lärmbelästigung. Die Beamten informierten daraufhin den diensthabenden Mitarbeiter des Ordnungsamtes.

Gegen Vorbehalte: Das Gespräch suchen

Grundsätzlich – und das betonte der Gemeinde-Sekretär Durak Yilmaz, als das Fest gerade im Gange war – suche die Glaubensgemeinschaft seit ihrem Umzug von der Christinenstraße zur Wittener Straße intensiv das Gespräch mit den Anwohnern, um bestehende Bedenken, mögliche Vorbehalte und Befürchtungen auszuräumen. „Wir haben uns in der Vergangenheit immer wieder erklärt“, sagte Yilmaz. „Wir haben die Nachbarn eingeladen, um mit ihnen zu reden“, fuhr er fort. Die Resonanz, ergänzte Yilmaz, sei eigentlich gut gewesen. „Miteinander reden“, sagt er, „das hilft in den meisten Fällen.“

Führungen durch die neue Moschee

Eine Gesprächsmöglichkeit sollte auch das Begegnungsfest bieten. Die Besucher erwartete ein buntes Programm. So stand für die Jüngsten eine Hüpfburg parat, die Kinder der Gemeinde hatten kleine Anspiele zum Thema Koran einstudiert, es trat eine islamische Gesangsband auf und natürlich gab es allerlei Köstlichkeiten. Zudem konnten die Festgäste an Führungen durch die Räumlichkeiten der neuen Moschee teilnehmen. Die Besucher konnten einen Blick in die Gebetsräume werfen, aber auch in den neuen Jugendtreff der Gemeinde namens „Caragen“. Durak Yilmaz erklärte die Bedeutung: „Ca steht für Castrop, Ra für Rauxel und Gen für Genclik, das türkische Wort für Jugend.“

Bildungsperspektiven

Während jener Treffpunkt für die jüngeren Gemeindemitglieder bereits fertig gestellt ist, steht in einem Nebentrakt des Hauptgebäudes noch etwas Arbeit an. „Dort richten wir derzeit unsere Büroräume ein“, erklärte Yilmaz, der sich auch zum Thema Integration äußerte. „Wir würden gerne auch Deutsch-Nachhilfekurse für Schüler ab der zweiten und dritten Klasse anbieten“, betonte Yilmaz.

„Mit einem solchen Angebot möchten wir erreichen, dass die Kinder eine Alternative zur Hauptschule bekommen, dass sie bessere Bildungsperspektiven haben“, verdeutlichte der Gemeinde-Sekretär. Jedoch: Es fehle der Kooperationspartner für derartige Nachhilfekurse.

Stellungnahme des FDP-Stadtverbandsvorsitzenden Christoph Grabowski

Der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Christoph Grabowski, der in der Nachbarschaft der Moschee wohnt, kritisierte, dass das Fest der Islamischen Gemeinde überhaupt für das Osterwochenende genehmigt worden ist: „Es wundert mich sehr, auf welcher rechtlichen Grundlage die türkische Gemeinde am Ostersonntag ihr Gemeindefest feiern konnte.“ Es schicke sich nicht, die religiösen Gefühle der Christen empfindlich zu stören. „Wenn der Lärmpegel, u.a durch eine Hüpfburg und Verkaufsstände, derart erheblich ansteigt, dass die christliche Feiertagsruhe beeinträchtigt wird, halte ich dies nicht für hinnehmbar“, so Grabowski. Ein regelrechter Volksfestcharakter habe vorgeherrscht. Deshalb fordert der FDP-Landtagskandidat eine größere religiöse Rücksichtnahme, insbesondere solle die Verwaltung eine umfassende Prüfung vornehmen. Auch die Parkplatzsituation sei nicht von der Gemeinde ausreichend geregelt worden. Etliche Fahrzeuge hätten auf dem Radweg geparkt. Auf der nächsten Sitzung des Integrationsrates am 18. April werde er dieses Thema ansprechen, stellt Christoph Grabowski in Aussicht.

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