Ein stolzer Pfau ziert den Garten des Altenzentrums

Sie fertigten den Pfau. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
Sie fertigten den Pfau. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
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Castrop-Rauxel.. Majestätisch steht er da. Prachtvoll schlägt er ein Rad. Seine stählernen Federn schimmern in den unterschiedlichen Farben. Ja, er ist ein echter Hingucker und ein wahres Meisterwerk, erschaffen von Neunt- und Zehntklässlern der Franz-Hillebrand-Hauptschule.

Die Jugendlichen sind Teilnehmer der Lernwerkstatt Metallverarbeitung. Dort konnten sie in jenes Handwerk hinein schnuppern, herausfinden, ob es eine berufliche Perspektive darstellt oder auch nicht. Über zwei Jahre trafen sie sich ein Mal in der Woche für drei Schulstunden in der Metallwerkstatt des Berufsbildungszentrum in Dingen. Schlossermeister Detlef Meiritz vermittelte ihnen zunächst die notwendigen Fertigkeiten. „Bohren, schweißen, schmieden, lackieren, all das mussten sie lernen, und haben erst mal kleinere Dinge gefertigt“, erzählt Meiritz.

Im zweiten Kursjahr aber nahmen sich die Schüler dann Größeres vor: Sie verliehen gut 50 Kilogramm Stahlrohr, Rundstahl, Moniereisen und Riffelblechen Form und Gestalt. Sie schufen zwei prächtige Pfaue. Der eine ziert nun den Außenbereich der Franz-Hillebrand-Hauptschule, der andere den Garten des Altenzentrums St. Lambertus. „Unsere Bewohner sind ganz begeistert von dem Kunstwerk“, berichtet Annette Beckers, die Leiterin der Einrichtung an der Dortmunder Straße. Der neue „Gartenbewohner“ ist eben etwas Besonderes, steckt doch auch viel Arbeit und auch Freude der Jugendlichen in der Skulptur.

Das Projekt diene der Berufsvorbereitung, erklärt Koordinator Dr. Konrad Koch vom Rotary Club, der die Lernwerkstatt in Kooperation mit der Franz-Hillebrand-Hauptschule überhaupt erst ins Leben rief. Die Jugendlichen können sich in den verschiedenen Bereichen wie Metallverarbeitung oder auch Bürokommunikation, Holz und Gestaltung sowie Hauswirtschaft austesten. Nicht nur, dass sie selbst praktische Erfahrungen in den Berufszweigen sammeln, sie bekommen zudem den wichtigen Kontakt zu potenziellen Ausbilden. Nicht selten absolvieren sie in den Betrieben Praktika.

„Die Vermittlungsquote ist recht hoch, die meisten bekommen entweder eine Lehrstelle oder wechseln die Schule und setzen ihre Laufbahn dort fort“, sagt Koch. So haben auch drei Teilnehmer der aktuellen Lernwerkstatt einen Ausbildungsplatz erhalten. Andere wechseln ganz gezielt zum Berufskolleg. „Es ist ein großer Vorteil, dass die Schüler an einem solchen ausbildungsähnlichen Projekt teilnehmen“, betont Peter Braukmann. Die Betreuung durch Dr. Konrad Koch sei sehr persönlich und somit überaus förderlich.

Das Projekt eröffne nicht nur Perspektiven, es bereite auch ganz gezielt auf das Berufsleben vor. Sie lernen die Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit oder Leistungsbereitschaft. „Die Jugendlichen haben während des Projektes natürlich auch Phasen, in denen sie nicht mehr wollen, diese Phasen gibt es in der Ausbildung auch“, erklärt Braukmann. „Sie lernen in der Werkstatt, damit umzugehen, durchzuhalten.“

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