Ein Souvenir vom Dampfer der Träume

Foto: WAZ FotoPool
Boris Noruschat aus Henrichenburg malt Ozeanriesen. Er deckt als einziger in Deutschland den Bereich der Kreuzfahrtschiffe ab. Acrylbilder und Glasgravuren sind gut nachgefragt.

Seine große Leidenschaft sind Kreuzfahrtschiffe: Boris Noruschat liebt die Ozeanriesen so sehr, dass er ihnen ein malerisches Denkmal setzt. Die imposanten Riesen der Meere werden vom 47-jährigen gebürtigen Berliner mit Kohle gezeichnet, mit Acrylfarben auf Leinwand und Holz gebracht und seit dem letzten Jahr sogar in Glas graviert - auf Tafelbildern, Beistelltischen, Spiegeln oder elektronischen Waagen. „Maler, die maritime Motive gestalten, gibt es genug, doch ich bin der einzige in Deutschland, der den Bereich der Kreuzfahrtschiffe abdeckt.“

Das Thema Schifffahrt lässt ihn seit der Kindheit nicht mehr los. Die Großeltern lebten in Schweden, Fährtouren dorthin waren die Regel. Interessiert hat ihn da alles, was mit Booten zu tun hat. „Die Faszination ist bis heute geblieben.“ Spaziergänge führen den Bootsbegeisterten immer wieder von seiner Wohnung in Henrichenburg zum nahen Kanal. Dann ist Schiffegucken angesagt. Den Dreh hin zur künstlerischen Umsetzung seiner Schiffsbegeisterung fand Noruschat durch eine schwere, chronische Erkrankung, die ihn vor zwei Jahren regelrecht „aus den Socken haute“ und ihm die Frühverrentung bescherte. „Die Krankheitsschübe sind nicht steuerbar, doch wenn es mir gut geht, dann wird im kleinen Dachatelier gearbeitet.“ Hier oben ist sein Reich. An den Wänden hängen fertige Bilder und jede Menge Fotos von Kreuzfahrtschiffen. Auf der Staffelei stehen Arbeiten, die noch beendet werden müssen, neben einer Gravurarbeit liegen die elektrischen Werkzeuge, mit denen er den Glasuntergrund bearbeitet. Auf Kundenwunsch sorgt er sogar für eine rückwärtige Beleuchtung, dann strahlen die Schiffe dank eingebauter LED-Lampen - weiß oder auch farbig. „Ich mache keine Massenproduktion. Das sind alles Unikate mit Echtheits-Zertifikat.“ Die Kunden, die bei ihm ihr ganz privates Traumschiff bestellen, sind zuvor mit eben diesem Schiff unterwegs gewesen. Sie haben herrliche Zeiten auf See verbracht und anregende Landgänge erlebt, wollen nun eine Erinnerung an die tolle Reise. „In letzter Zeit wird auch gerne die Reiseroute nachgefragt“, sagt Noruschat und meint damit die malerische Umsetzung. So finden auf einem Bild sowohl der Dampfer, als auch die Route mit den Ländern und Städten ihren Platz. Ein Souvenir für immer. Bis zu 25 Stunden sitzt er an einer Gravurarbeit. Schutzmaske und -Brille wegen des fiesen Glasstaubs gehören dazu. Feinarbeit ist bei der Gravur der drei Millimeter starken Glasplatte angesagt. „Dafür muss man ein Händchen haben und sehr vorsichtig sein.“ Denn zuviel Druck sorgt fürs Malheur. „Es hat auch schon mal geknackt. Leider ist es genau dann passiert, als 90 Prozent des Bildes bereits fertiggestellt waren.“

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