Ein Gospelchor mit Ursprung in Frohlinde

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Fünf Frauen, die Säle füllen können mit ihrem Gesang – das sind die DeBiSoNiAn’s.

Castrop-Rauxel.  Wow – das müsste man eigentlich Frauenpower nennen, wenn dieses Wort nicht so abgegriffen wäre. Was hier aber durch den Raum schallt, ist tatsächlich geballte Kraft: stimmlich wie physisch. Fünf Frauen, die Säle füllen können mit ihrem Gesang – das sind die DeBiSoNiAn’s.

Detje, Birgit, Sonja, Nicole und Angela geben der Band nicht nur jeweils die ersten zwei Buchstaben ihrer Namen, sondern vor allem auch ihren ganz eigenen musikalischen Charakter. „Wir sind flexibel und singen Gospel, aber auch gerne Pop-Songs und Rockiges“, sagt Sonja Wagemann. Nur zu covern – also bekannte Lieder stumpf nachzusingen – das wäre den fünf Frauen aber zu langweilig.

Ihr Ursprung liegt in Frohlinde

„Wir legen in jedes Lied unsere eigene Interpretation“, betont Angela Raff . Und schon greift Nicole Mann zur Gitarre, zupft ein paar Takte und die anderen stimmen ein – a capella und trotzdem raumgreifend. Sie harmonieren perfekt miteinander, das scheint ihr Geheimrezept zu sein – fünf Frauen, die auf derselben Wellenlänge schwingen. „Wir haben den gleichen Humor – Musik und lachen, das gehört doch zusammen“, sagt Angela Raff. Auch Nicole Mann beschreibt: „Es muss fließen, dann springt auch der Funke über.“

Und wie! Legen sie los, ist der Zuhörer verzaubert. Detje Fercke, mit 22 Jahren das Küken der Gruppe, weiß um diesen Effekt mit Gänsehaut-Garantie: „Die Reaktionen im Publikum sind einfach die schönste Bestätigung.“ Mittlerweile sind sie über die Stadtgrenzen hinaus gefragt, werden sie für Hochzeiten gebucht oder singen auf runden Geburtstagen. Auch im Adventszelt auf dem Altstadtmarkt sind die DeBiSoNiAn’s schon zwei Mal aufgetreten. „Das war besonders toll“, erinnert sich Detje Fercke. „Da waren natürlich viele Freunde und Familienmitglieder unter den Zuschauern.“ Ihr Klassiker aber, das waren ihre Weihnachtskonzerte, die sie über mehrere Jahre in der Schutzengel-Kirche in Frohlinde gegeben haben, traditionell am zweiten Advent. „Da war die Kirche immer voll“, erinnert sich Nicole Mann. Kein Wunder: haben sie doch ihren Ursprung im Südosten der Stadt, lernten sich bei den Gospel-Voices kennen. Ihre Fangemeinde lässt nicht lange auf sich warten, wenn sie in der Schutzengel-Kirche auftreten: „Wir mussten auch schonmal zusätzliche Stühle reinstellen, weil der Andrang so groß war“, sagt Birgit Noreika. Ob sie in diesem Jahr auch dort auftreten können, ist ungewiss – eher unwahrscheinlich sogar. „Mittlerweile muss man Geld zahlen, wenn man die Kirche nutzen will“, sagt Nicole Mann. Würden sie die Kirche buchen, um dort wieder ihr Weihnachtskonzert geben zu können, müssten sie Eintritt nehmen – und das wollen sie nicht. Dabei sagt Detje Fercke: „In der Kirche zu singen, ist am schönsten.“

 
 

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