Ei, wer verreist denn da?

Wohnwagen und Wohnmobile Mariss am Mittwoch, 12.09.2012. Rundumservice alles rund um die mobile Freizeit bietet der Betrieb an der Herner Straße 151. Gerne im eigenen Wohnmobil unterwegs sind Friedhelm (48) und Heike (48) Mariss. Castrop - Rauxel, Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
Wohnwagen und Wohnmobile Mariss am Mittwoch, 12.09.2012. Rundumservice alles rund um die mobile Freizeit bietet der Betrieb an der Herner Straße 151. Gerne im eigenen Wohnmobil unterwegs sind Friedhelm (48) und Heike (48) Mariss. Castrop - Rauxel, Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
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Camping boomt, vor allem mit dem Wohnmobil. Es kann aber auch mit demMini-Wohnwagen eine runde Sache sein. Heike und Friedhelm Mariss kennen sich bestens aus.

Auch der Herbst hat ja noch ein paar schöne Tage, eigentlich sogar die schönsten für Campingfans. Es ist nicht mehr so heiß und nicht mehr so voll wie in den Sommerferien. Und ein dichtes Dach über dem Kopf sorgt für angenehme Regentage, an denen der Camper sich wohlig die Hände reibt und sagt: Gut, dass ich nicht mehr zelten muss. Kaum jemand weiß das besser als Heike und Friedhelm Mariss. „Natürlich sind wir früher mit dem Zelt losgefahren“, sagt Heike Mariss. „eigentlich ist das sogar die schönste Zeit gewesen.

Heute lebt das Ehepaar von seinem Hobby, zieht aber immer seltener mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil los, weil es auf dem Gelände an der Herner Straße jede Menge zu tun gibt. Die Branche boomt, davon profitieren auch die beiden 48-Jährigen. Immer mehr Kunden kommen, nutzen den großen Platz mit 36 000 Quadratmetern Fläche als Winterquartier und all die technischen Dienste, die die Firma anbietet – über Gasprüfungen, Anbau von Teilen bis hin zu Reparaturen an den Fahrzeugen, damit der nächste Urlaub auch einer von Anfang an wird.

Mit 30 Stellplätzen legte das Ehepaar im Jahr 2003 los, jetzt sind es schon 400. „Die Leute stellen ihre Fahrzeuge hier unter, damit sie am Straßenrand oder in der Einfahrt nicht von Sprayern oder Reifenschlitzern malträtiert werden“, erläutert Heike Mariss. „Wir sind auf der Suche nach einem dritten Platz, aber die Stadt spielt bei der Genehmigung nicht so richtig mit“, kritisiert Friedhelm Mariss Stolpersteine, mit denen er sich konfrontiert fühlt.

Was ist das Schöne am Campingurlaub? „Sie genießen die Freiheit. Es ist ein Unterschied, ob Sie sich in einem Hotel an die Frühstückszeiten zwischen sieben und neun Uhr halten müssen, oder ob sie aufstehen können, wann sie wollen.“

Für längere Aufenthalte ist der Wohnwagen komfortabler

Außerdem: Für Kinder sei Campen ideal, dort sei es viel einfacher, Gleichaltrige kennenzulernen als im Hotel. Familie Mariss nimmt regelmäßig die 15-jährige Tochter mit, wenn es an Wochenenden zum Beispiel ins Weserbergland geht. „Das macht ihr immer noch Spaß“, freut sich Heike Mariss.

Die schönsten Campingplätze gebe es in Kroatien. Aber der wesentliche Grund dorthin zu fahren, sei das bessere Wetter im Süden Europas. Was ist denn nun eigentlich vorteilhafter, ein Wohnwagen oder ein Wohnmobil, und wohin geht der Trend? „Eindeutig zum Wohnmobil, das belegen die Verkaufszahlen“, weiß Friedhelm Mariss. Mit dem Wohnmobil sei man flexibler, „einfach den Schlüssel herumdrehen und losfahren“, lautet die Devise des Camping-Experten.

Der Wohnwagen biete Vorteile bei längeren Aufenthalten auf einem Campingplatz: „Dann kann man noch ein Vorzelt aufbauen und hat es komfortabler.“

Die Entscheidung zwischen beiden Varianten sei letztendlich aber eine Frage der finanziellen Möglichkeiten. „Einen Wohnwagen bekommt man schon für 10 000 Euro, ein Wohnmobil nicht unter 40 000 Euro“, erläutert Friedhelm Mariss. Und die Preise seien nach oben weit ausbaufähig. Ein Durchschnitts-Mobil kostet 130 000 Euro, ein richtig nobles 300 000 Euro, da sind Familien mit Kindern oftmals überfordert und lassen sich lieber eine Anhängerkupplung ans Auto schrauben.

Ein Wohnmobil leistet man sich erst als Rentner

„Zuerst Wohnwagen, erst später, im Rentenalter, das Wohnmobil: So sehe die Lebensplanung der meisten Camper aus. Und zu allererst, was denn sonst, wird gezeltet. Richtige Romantik ist halt kein Zuckerschlecken.

 
 

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