E-Bikes sind auch im Vest ein Trend

Vest..  Ihr altes Image als „Rentner-Rad“ haben sie längst verloren. E-Bikes sind nicht mehr nur etwas für Ältere, denen die Kraft für die Bergfahrt fehlt. E-Bikes sind im Trend. Sie werden selbst von Sportlern und jungen Familien gekauft, und „sie werden sich auf lange Sicht gnadenlos durchsetzen“, ist sich Uwe Bernstein sicher.

Das sagt immerhin der Zweite Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) im Vest Recklinghausen. Auch er ist als jahrelanger Radfahr-Fan inzwischen selbst begeisterter E-Biker geworden. Zuerst zwangsläufig: „Meine Frau konnte nach einer Knieoperation zuerst kein Fahrrad mehr fahren und hat sich dann ein E-Bike gekauft“, erzählt Bernstein. Und ihm blieb gar nichts anderes übrig, als auch ein Zweirad mit Elektro-Hilfsmotor, ein so genanntes Pedelec, zu kaufen, wenn er mit seiner Frau mithalten wollte. „Denn die Dinger sind ganz schön flott. Und man ist gar nicht mehr kaputt und durchgeschwitzt, wenn man von einer Fahrradtour zurückkommt.“

Von der Sättigung vom Boom

Damit hat er einige Vorzüge von E-Bikes und Pedelecs beschrieben, die immer mehr Menschen überzeugen. Und damit verändert sich der einstmals gesättigte Fahrradmarkt auch im Kreis sein Gesicht erheblich: 2011 wurden laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) 330 000 E-Bikes in Deutschland verkauft, 2013 schon 410 000 und im vergangenen Jahr waren es 480 000 Stück. Ein boomender Markt.

„Bei uns im Kreis gibt es Zweiradhändler, die bereits 30 Prozent und mehr des Umsatzes mit E-Bikes machen“, berichtet Martin Prüsener, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Bundesweit ist inzwischen jedes zehnte verkaufte Fahrrad ein E-Bike, so der Zweirad-Industrie-Verband.

Deswegen hat die Kreishandwerkerschaft mit weiteren Partnern die erste E-Bike-Messe im Kreis Recklinghausen auf die Beine gestellt. Am kommenden Sonntag, 14. Juni, von 11 bis 18 Uhr auf der Zeche Ewald in Herten ist Premiere für „e.Motion“. „Wir wollen mit den Zweiradhändlern des Kreises die Spannbreite der E-Bikes präsentieren“, sagt Prüsener.

„E-Bikes verändern das Straßenbild“, sagt Prüsener. Und nicht nur das – auch die Verkehrsplanung. Der geplante Ruhrradschnellweg ist ein Weg für E-Biker, die von Hamm nach Duisburg zur Arbeit „radeln“ wollen. „Wenn der Weg etwas länger ist, steigt man auf E-Bikes oder Pedelecs um“, schreibt der Regionalverband Ruhr in seiner Beschreibung des 100 Kilometer langen RS1.

Auch auf den Arbeitsmarkt scheint der E-Bike-Boom Auswirkungen zu haben: Das Berufsbild Zweiradmechatroniker für Fahrräder könnte wieder stärker nachgefragt werden, so Prüsener.

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