Diese Schule muss bleiben

Kämpfen ums Überleben der Franz-Hillebrand-Hauptschule: Sandra Kämmerling, Lydia Brinkhoff, Dagmar Kunkel, Lina-Sophie Rozanski, Gina Leutzen, Manuela Denzel (v.l.). Foto: Joseph-W. Reutter / WAZ FotoPool
Kämpfen ums Überleben der Franz-Hillebrand-Hauptschule: Sandra Kämmerling, Lydia Brinkhoff, Dagmar Kunkel, Lina-Sophie Rozanski, Gina Leutzen, Manuela Denzel (v.l.). Foto: Joseph-W. Reutter / WAZ FotoPool
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885 Unterschriften in drei Stunden – das ist die Bilanz der Protestaktion von Eltern und Schülern gegen die Schließung der Franz-Hillebrand-Hauptschule (FHHS).

Satte 5000 Unterschriften sollen es in den kommenden Wochen noch werden, diese Marke haben sich die engagierten Eltern gesetzt. Auf dem Wochenmarkt in Ickern hatten sie am Freitag mobil gemacht, einen Stand aufgebaut und die Passanten über die Situation der Hauptschule an der Uferstraße informiert. Denn die ist von der Schließung bedroht, wenn der Schulentwicklungsplan umgesetzt wird.

Die nächste Hürde hat die Schule allerdings fürs erste genommen: Mittlerweile sind die nötigen 18 Anmeldungen eingegangen, um eine fünfte Klasse zu bilden. Immerhin einzügig kann die Hauptschule dann nach den Sommerferien ins neue Schuljahr starten. „Trotz der schlechten Kritik der letzten Zeit haben sich doch noch Eltern für unsere Schule entschieden“, freut sich Dagmar Kunkel, eine der Mütter, die die Informationskampagne gestartet haben. Zu Unrecht hat die Hauptschule an sich ihrer Ansicht nach einen schlechten Ruf: „In den Köpfen von vielen sind die nichts wert, die auf einer Hauptschule waren, dabei haben auch viele von denen ihren Weg gemacht.“ Ihre Tochter zum Beispiel: Nachdem sie die Franz-Hillebrand-Hauptschule abgeschlossen hat, macht sie ihr Fachabitur mit medizinischer Ausrichtung und einem Jahrespraktikum im Krankenhaus. Auch ihren Sohn, der die sechste Klasse besucht, weiß Dagmar Kunkel an der Uferstraße gut aufgehoben – an der FHHS kenne jeder jeden, dort gehe es familär zu.

Ein Aspekt, der auch bei Schulleiter Peter Braukmann an oberster Stelle steht: „Unsere Schüler brauchen einfach besondere Lernbedingungen.“ Eben eine engere Betreuung, dazu Schulsozialarbeit und intensive Berufsvorbereitung. Dass nun doch noch 18 Anmeldungen fürs neue Schuljahr und somit eine ganze Klasse zusammengekommen sind, freut und wundert ihn zugleich. Wenn­gleich das keine Entwarnung bedeute, was die drohende Schließung angeht. „Jetzt ist es wichtig, dass wir an den Rahmenbedingung mitarbeiten können“, betont der Rektor.

„Dass jetzt eine fünfte Klasse zustande gekommen ist, gibt zwar Auftrieb, sagt aber letztlich nichts aus“, meint Sandra Kämmerling, ebenfalls eine der engagierten Mütter.

Und auch Schuldezernentin Petra Glöß sagt zu dem aktuellen Stand der 18 Anmeldungen frei heraus: „Das ändert nix.“ Als einzügige Schule sei die Franz-Hillebrand zwar geduldet, aber nicht abgesichert. Wenn der Schulentwicklungsplan, so wie er jetzt angelegt ist, beschlossen würde, würden an der FHHS ab dem Schuljahr 2012/13 keine Schüler mehr aufgenommen und die Auflösung des Standorts vorgeschlagen.

Keine Option für die engagierten Eltern: Sie wollen sich weiter stark machen – noch mehr Unterschriften sammeln und zu einer Demonstration aufrufen.

 
 

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