Die Liebe zu Skandinavien zum Beruf gemacht

Anja Rösner und Lutz Stickeln kennen als Journalisten und Buchautoren den Norden mit seinen Geheimtipps, Land und Leuten, wie die eigene Westentasche. Mit diesem Wissen und Kontakten bieten sie individuelle Reisen an.
Anja Rösner und Lutz Stickeln kennen als Journalisten und Buchautoren den Norden mit seinen Geheimtipps, Land und Leuten, wie die eigene Westentasche. Mit diesem Wissen und Kontakten bieten sie individuelle Reisen an.
Foto: WAZ FotoPool
Die Skandinavien-Experten Lutz Stickeln und Anja Rösner führen mit Polarkreis-Reisen in Castrop-Rauxel ein Reisebüro der besonderen Art .Dabei haben sie Norwegen, Finnland, Island, Schweden und Grönland stets im Blick.

Castrop-Rauxel..  Es gibt einen direkten Draht von Castrop-Rauxel nach Skandinavien. Lutz Stickeln und seine Frau Anja Rösner führen mit „Polarkreis-Reisen“ ein Reisebüro der besonderen Art – denn von hier führen alle Wege gen Norden. Urlaubstouren für die Kunden werden nun seit diesem Sommer in Castrop-Rauxel zusammengestellt, vorher war der Geschäftssitz in Dinslaken.

Fahrten mit der norwegischen Postschifflinie Hurtigruten, Nordkap-Reisen, Städtetrips, die Geysire Islands: die Vielfalt an Reisemöglichkeiten, Kultur und Natur in Skandinavien münden in unzähligen Reisemöglichkeiten. Skandinavien begeistert die beiden Ruhrgebietler aber nicht erst seit gestern: „Ich bin dem Land verfallen“, beschreibt Anja Rösner ihre Beziehung zu Norwegen – doch der gesamte Norden hat es ihr angetan. Das Erweckungserlebnis der 41-Jährigen sei ein Auslandssemester in Bergen gewesen, wo sie erstmalig intensiv das dünn besiedelte Land der Fjorde kennenlernte, so Rösner.

„Ich habe schon vorher als Student bei einer Autoreise durch Norwegen Blut geleckt. Endgültig ist der Funke dann bei der Winterolympiade in Lillehammer übergesprungen“, sagt der 47-jährige Lutz Stickeln.

Vom Pott zu den Polarlichtern

Begeistert erzählt er von unberührter Natur, taghellen Nächten, Begegnungen mit Elchen, Luchs und Wölfen, und der Schönheit des Polarlichtes. Anja Rösner schwärmt von einer Schlittschuhtour über zugefrorene finnische Seen und das Bereisen der Route „Golden Circle“ in Island: „Das Licht auf Island ist völlig faszinierend. Die Landschaften strahlten von Minute zu Minute in einem völlig neuem Licht.“

Es lag also nahe die eigene Leidenschaft zum Beruf zu machen und selber Reisen anzubieten. „Wir sind mit Herzblut dabei“, fasst Lutz Stickeln, der in Bochum Skandinavistik, Geografie und Anglistik studierte, die Arbeit zusammen. Wie oft er und Ehefrau Anja Rösner bereits den Norden bereisten, sowohl beruflich als auch privat, können sie nicht mehr genau sagen. Lutz Stickeln: „Ich war mindestens 100 Mal in Skandinavien.“ Sie arbeiteten langjährig für das Nordeuropa-Magazin „Nordis“ und brachten Fachbücher heraus – auch heute noch werden Fachartikel für die Süddeutsche Zeitung geschrieben. Doch seit zwei Jahren ist „Polarkreis-Reisen“ die absolute Kernarbeit.

Die Gefahr, dass die eigene Faszination für den Norden dabei im Arbeitsalltag abnehmen könne, schließen sie dabei kategorisch aus. Sie bekräftigen beide: „Die Leidenschaft wird nie verloren gehen!“

Viele Reisende aus Deutschland wünschen sich intensive Naturerlebnisse

Ein einheitliches Profil ihrer Nordreisenden sei nicht zu erkennen, bekräftigen Lutz Stickeln und Anja Rösner. Doch, so Stickeln, seien gerade Menschen aus der dicht besiedelten Rhein-Ruhr-Region häufig sehr stark an unberührter Natur, an Flora und Fauna, interessiert. Anja Rösner: „Walsafaris, Elchsafaris, Reisen mit dem Hundeschlitten sind sehr beliebt. Aber auch Welterbestädte und gute regionale Küche sind sehr gefragt.“ Zu dem tierischen Inbegriff Skandinaviens, dem Elch, fügt Lutz Stickeln aber schmunzelnd eine Grundregel zu: „Elche sieht man immer dann, wenn man sie nicht sucht!“

Letztlich sei bei ihrer Arbeit entscheidend was die angehenden Reisenden suchen, so Rösner. Daraus könne ebenso eine Hurtigruten-Reise, ein sommerlicher Familienurlaub in Schweden, eine Hundeschlittentour durch Finnisch-Lappland, Nächte in Hotels wie kleinen Blockhütten entspringen. Vorher wird dann an der Bahnhofsstraße in Castrop-Rauxel beraten und an Routen und Unterbringungen gefeilt. Anja Rösner stellt hierzu fest: „Ein anderer Job käme für uns überhaupt nicht in Frage“

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