Das Landestheater bringt Hitler auf die Bühne

Das richtige Stück zur richtigen Zeit: Mit "Er ist wieder da" zeigt das Westfälische Landestheater (WLT) nicht nur die Bühnenadaption eines sehr gut verkauften Romans, sondern schafft eine wahre Gesellschaftskritik. Im Video ließen wir uns die Hintergründe erklären.

Castrop-rauxel.. Mit "Er ist wieder da" schuf der Autor Timur Vermes eine bitterböse Mediensatire. Nun ist die Groteske um Adolf Hitler, der in der Gegenwart erwacht und zum Medienstar wird, auch im Theater zu sehen. Dafür erarbeitete Regisseur Gert Becker eine eigene Bühnenfassung. Doch nicht nur der rund 400 Seiten lange Text mit seinen vielen Monologen stellte die Theatermacher vor eine Herausforderung. Denn in "Er ist wieder da" stehen 45 Charaktere auf der Bühne. Ausstatterin Elke König stellte das nicht nur vor die Frage, wie sie die Kostümschlacht gestaltet, sondern auch in welcher Kulisse diese vonstatten gehen soll:


"Es ist erschreckend, wie aktuell das ist", sagt Regisseur Gert Becker. Denn in "Er ist wieder da" geht es um die Verführbarkeit der Menschen in der modernen Medienwelt. Auf der Bühne aber soll das Lachen den Zuschauern in rund zwei Stunden im Halse stecken bleiben.

Trotz der Änderungen aus dramaturgischen Gründen: Dem Buchtext habe man kein einziges Wort hinzugefügt.Aber das WLT erlaubt sich auch ein bisschen Pathos: "Wagner liegt eben nahe", so der Regisseur. Er wünschte sich daher einen Ort, auf der er auch Wagners "Ring" hätte inszenieren können. Ausstatterin Elke König entwarf dafür mit ihrem Team eine Bühne, die an die Betonburgen Albert Speers erinnern: nüchtern, kalt, aber geheimnisvoll und irritierend ästhetisch.

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