Bomben-Erpresser könnte Bewährung bekommen

Hoffnung für den Castrop-Rauxeler Bomben-Erpresser: Im Berufungsprozess vor dem Dortmunder Landgericht sind am Donnerstag Zweifel daran aufgekommen, ob der 23-Jährige wirklich wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten verurteilt werden kann.

CASTROP-RAUXEL/DORTMUND.. Mit den Zweifeln am Dortmunder Landgericht steigen die Chance auf eine Bewährungsstrafe. Der Angeklagte hatte im Oktober 2013 bei den Flughäfen Berlin und Düsseldorf telefonische Bombendrohungen abgesetzt. Er selbst behauptet, dabei habe es sich um eine Art "Spiel" oder "Mutprobe" innerhalb einer Gemeinschaft von Computerfreaks gehandelt. Ernst seien die Anrufe jedenfalls nicht gemeint gewesen.

Interne Kontrolle prüfte Anrufe

Und so sind sie offensichtlich auch auf der anderen Seite der Leitung nicht aufgefasst worden. Beide Flughäfen haben dem Dortmunder Landgericht inzwischen schriftlich bestätigt, dass man die Drohanrufe zwar zunächst durch die übliche interne Kontrolle geprüft habe. Schließlich sei man jedoch zu dem Schluss gekommen, die Drohungen nicht ernst nehmen zu müssen.

"Dann ist es aber mehr als fraglich, ob man dann wirklich davon sprechen kann, dass hier der öffentliche Frieden gestört wurde", sagte Verteidiger Dieter Kaufmann am Donnerstag.

Weitere Zeugenbefragungen

Sollte das Gericht den Vorwurf tatsächlich auf eine "versuchte Nötigung" reduzieren, könnte der 23-Jährige wohl mehr denn je hoffen, am Ende doch noch die gewünschte Bewährungsstrafe zu erhalten. In erster Instanz hatte das Amtsgericht noch zwei Jahre Gefängnis verhängt.

Bevor die Berufungskammer zu einem Urteil kommt, sollen aber erst noch weitere Zeugen vernommen werden. Unter anderem auch zu der Frage, ob der Castrop-Rauxeler der Polizei bei den Ermittlungen gegen den Rest der Gruppe tatkräftig geholfen hat. Der Prozess wird deshalb bis in den Januar hinein fortgesetzt.

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