Auktion empört Tierschützer

Katrin Walger-Stolle
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Das Tierheim Recklinghausen bemüht sich darum, die Hunde möglichst nur in gute Hände zu geben. Detaillierte Infos über alle Tiere. Roswitha Heise vom Tierheim in Castrop-Rauxel befürchtet das Erscheinen von „Schnäppchen-Jägern“.

36 Foxterrier sollen am 6. Mai im Tierheim Recklinghausen versteigert werden. Tiere, die wie Gegenstände an den Meistbietenden abgeben werden? Die Meldung hat auch bei den Tierschützern in Castrop-Rauxel Empörung ausgelöst. Die Versteigerung der Hunde, die einem Züchter aus Oer-Erkenschwick im Dezember weg genommen wurden, wird von den Lesern unserer Zeitung und auch im Internet heftig diskutiert. Verständnis bringen die wenigsten dieser Vorgehensweise entgegen.

Furcht vor Schnäppchen-Jägern

Roswitha Heise vom Tierheim in Deininghausen hofft, dass die Versteigerung am kommenden Sonntag in der Nachbarstadt nicht zu viele „Schnäppchen-Jäger auf den Plan ruft, denen es gar nicht um die Hunde geht“. Zu befürchten sei das aber wohl schon.

Ein Lob spricht die engagierte Tierschützerin dem Team vom Tierheim in Recklinghausen aus. Dort sei man bemüht, die Situation so gut wie möglich zu meistern. Die Hunde, so Roswitha Heise, können an den Tagen vorher besucht werden, und bei der Versteigerung gibt es detaillierte Informationen über jeden einzelnen Hund, über seinen Charakter und seine Besonderheiten. Immer in Kombination mit dem eindringlichen Hinweis, dass ein quirliger Terrier wirklich kein einfacher Anfänger-Hund sei. „Mehr können die Leute im Tierheim in dieser Situation wirklich nicht tun“, sagt Roswitha Heise. Die Tierschützerin hofft, dass die Foxterrier dennoch alle in gute Hände kommen.

Und für den Kreis sei die Versteigerung wohl die einzige Möglichkeit, nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben. Das bestätigt auch Svenja Küchmeister, Pressesprecherin vom Kreis Recklinghausen. „Die Kreisbehörde hat ein Auktionshaus mit der Versteigerung der Hunde beauftragt, da hat das Tierheim überhaupt nichts mit zu tun“, stellt Küchmeister klar. Mit dem Erlös will die Kreisverwaltung die Kosten decken, die Unterbringung, Pflege und tierärztliche Versorgung der Hunde aus der schlechten Zucht bisher verursacht haben. Reicht die Summe nicht aus – Svenja Küchmeister spricht von einem „mittleren Betrag in fünfstelliger Höhe – geht eine Rechnung an der Züchter. Gegen ihn läuft zudem auch noch ein Verfahren wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Auch Elke Balz vom Refugium für Tiere in Not hofft, dass auf diese Weise kein großes Loch in das Budget des Tierheims gerissen wird. Ansonsten ist die Tier-Rechtlerin entsetzt über die Versteigerung. „Für mich sind Tiere gleichberechtigte Lebewesen, das schließt schon das Züchten aus“, betont sie. Sie hofft, dass mit den Käufern wenigstens Verträge abgeschlossen werden, in denen Kontrollbesuche erlaubt werden müssen.