Am Altstadtring tut sich seit fünf Jahren nichts

Am 15. Juni 2011 sprach das Ordnungsamt Castrop-Rauxel zum ersten Mal die geplante Verlegung der Radwege entlang des maroden Altstadtrings auf die Straße an. Fünf Jahre später hat sich dort weder bei der Sanierung noch bei der Radwegneugestaltung irgendetwas bewegt. Dabei gibt es gute Projektideen.

Castrop-Rauxel. Dabei gibt es einen engen Zusammenhang zwischen der Straßensanierung und der Verlegung des Radwegs. Diesen hatte der mittlerweile pensionierte Projektleiter von Straßen NRW, Manfred Kiewaldt, im März 2014 gegenüber unserer Redaktion wie folgt formuliert: "Solange die Radfahrsituation nicht klar ist, fangen wir nicht an."

"Stadt hat alles geliefert"

Angesprochen auf diese Feststellung erklärte Stadtpressesprecherin Maresa Hilleringmann: "Leider ist der Stand der Dinge im Grunde noch derselbe wie vor zwei Jahren. Die Stadt Castrop-Rauxel hat Straßen NRW aufgrund eines Beschlusses der Radwegekommission eine Planung für den Altstadtring vorgelegt. Straßen NRW hat diese Planung abgelehnt. Nach dem darauffolgenden Einwand der Stadt vor mehr als zwei Jahren sollte diese Entscheidung vom Landesbetrieb nochmals geprüft werden. Auf diese Antwort von Straßen NRW wartet die Stadt bis heute und erinnert regelmäßig daran. Die Stadt hat alles geliefert."

Konfrontiert mit dieser Aussage, sagte Peter Beiske, Sprecher von Straßen NRW: "Die Gespräche mit unserem Betriebssitz liegen momentan auf Eis, weil die zuständige Kollegin längere Zeit in Urlaub war."

Projektidee

Unterdessen hat unser Leser Norbert Keymer eine bereits 2008 erstmals vorgestellte Projektidee wiederbelebt, die nach seinen Berechnungen 270 zusätzliche altstadtnahe Parkplätze schafft. Kernstück des Vorschlages ist die Abwicklung des gesamten Altstadtring-Verkehrs über die westlichen Spuren (bergab) und die Schaffung von Parkbuchten auf der linken Spur bergauf.

Wörtlich schreibt Keymer: "Es sollte meiner Meinung nach ein Umbau der Straße so erfolgen, dass nicht nur Fußgänger, Radfahrer, Lärmgeplagte und Staustehende davon profitieren, sondern auch zusätzlicher Parkraum für die Altstadt geschaffen werden kann. Die Fläche des Altstadtrings gibt das alles her, natürlich nicht im vierspurigen Zustand wie jetzt. Stadt und Politik sind nun gefragt, das zu wollen und es dem Baulastträger überzeugend zu vermitteln. Dann würde der Umbau des Altstadtrings mit Sicherheit an vorderster Stelle der Landes-Prioritätenliste vorrücken. Bis dahin könnten die Schlaglöcher ruhig - wie anderswo auch - eben nur mit ,Schüppenasphalt‘ geflickt werden."

Michael Fritsch