4000 Unterschriften nach nur einer Woche

Sabine Latterner
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Castrop-Rauxel.  Der Zuspruch sei bis dato „phänomenal“ gewesen. Der Beleg: Innerhalb von gerade mal einer Woche haben die Initiatoren des Bürgerbegehrens zur Rettung der Fridtjof-Nansen-Realschule 4000 Unterschriften gesammelt – 3600 gültige Unterschriften sind erforderlich, um einen Bürgerentscheid einleiten zu können.

Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Michael Breilmann spricht von einer beeindruckenden Zahl. „Wir haben nach nur vier Aktionstagen so viele Stimmen zusammen“, betont er und fügt hinzu: „Wir haben zwar schon damit gerechnet, dass wir die Zahl schnell erreichen, aber nicht damit, dass es so schnell geht.“ Die Resonanz sei enorm gewesen. „Wir mussten die Leute gar nicht großartig ansprechen oder davon überzeugen, für den Erhalt der FNR zu unterschreiben“, so Breilmann weiter, „die Bürger sind von sich aus zu uns gekommen, ganz gezielt.“

FWI-Fraktionschef Manfred Postel ist ebenfalls überaus beeindruckt ob der Resonanz. „Wir mussten teilweise sogar noch Unterschriftenlisten kurzfristig nachdrucken, weil an den Ständen so viel los war“, berichtet er von zahlreichen erfreulichen und positiven Momenten.

„Es kamen sehr viele ehemalige Realschüler, die von ihren Erfolgen erzählt haben“, sagt Manfred Postel. „Mit dem FNR-Abschluss hatten sie keine Probleme, eine Lehrstelle zu bekommen“, gibt der FWI-Chef wieder, was die einstigen Schüler an den Aktionsständen berichteten.

Mit kraftvoller Aussage in dieRatssitzung am 20. September

Die Bürger, das sei somit immer wieder deutlich geworden, wollen, dass die Fridtjof-Nansen-Realschule erhalten bleibe. Und deshalb: „Wir sind wild entschlossen, weiter – voraussichtlich bis Anfang September – Unterschriften zu sammeln“, betont Michael Breilmann.

„Wir wollen mit einer möglichst hohen Zahl ein Zeichen setzen“, erklärt Postel. „Wir wollen mit einer kraftvollen Aussage in die Ratssitzung am 20. September“, fügt er dann noch hinzu.

SPD und Grüne, so Breilmann, sollten tief in sich gehen, sie sollten überlegen, ob sie das Bürgerbegehren tatsächlich ablehnen wollen – in Anbetracht der Unterschriftenflut. Postel pflichtet bei. Er sagt: „Die 75 000 Euro, die der Bürgerentscheid kostet, könnte man besser sparen.“ Gerade jetzt, da es finanziell um die Stadt bekanntermaßen alles andere als gut bestellt sei.

Die SPD bleibt trotz der Zahlenbei ihrem klaren „Nein“

SPD-Chef Rajko Kravanja bleibt dennoch bei seiner Haltung, reagiert mit einem sehr deutlichen „Nein“. Nein, es werde keine Zustimmung geben. Seine Begründung: „Im Moment wird nur eine Meinung dargestellt, die Gegner haben noch gar keine Position bezogen.“ Das geschehe eben erst im zweiten Schritt, wenn es zum Bürgerentscheid komme – und dann werde sich das Meinungsbild gewiss verändern. „Ich habe mit mehreren Personen gesprochen, die für den Erhalt der FNR unterschrieben haben.“ Ihre Reaktionen nach Darlegung seiner Argumente: „Sie sagten, dass sie nicht unterschrieben hätten, hätten sie das vorher gewusst“, so der SPD-Chef. „Sie sind für den Erhalt der FNR, ohne die Konsequenz zu sehen, dass es zwar einer Schule gut geht, dass das aber zu Lasten von zwei anderen Schulen geht“, erklärt Kravanja.