Zeche Prosper wird Leuchturm für Ökostrom

Norbert Jänecke
Sie sehen Prosper-Haniel als guten Ort für ein Pumpspeicherkraftwerk an: Prof. Hermann-Josef Wagner, Bergwerksdirektor Jürgen Kroker, OB Bernd Tischler, Minister Johannes Remmel, RAG-Vorstand Bernd Tönjes, Prof. Andre Neumann und Betriebsrat Sandro Atzori (von links). Foto:Winfried Labus / FUNKE Foto Services
Sie sehen Prosper-Haniel als guten Ort für ein Pumpspeicherkraftwerk an: Prof. Hermann-Josef Wagner, Bergwerksdirektor Jürgen Kroker, OB Bernd Tischler, Minister Johannes Remmel, RAG-Vorstand Bernd Tönjes, Prof. Andre Neumann und Betriebsrat Sandro Atzori (von links). Foto:Winfried Labus / FUNKE Foto Services
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  • Bottroper Bergwerk eignet sich bestens als Speicher für grüne Energie
  • Forscher belegen Machbarkeit eines Pumpspeicherkraftwerks unter Tage
  • Doch noch lässt sich so einer riesigen Batterie kein Geld verdienen

Bottrop.  Das Bergwerk Prosper-Haniel wäre bestens geeignet für ein Pumpspeicherkraftwerk unter Tage. Sollte die RAG ein solches Kraftwerk bauen, dann nur in Bottrop, empfiehlt ein Konsortium von Wissenschaftlern aus dem Revier. „Prosper-Haniel könnte so vom Bergwerk zum Kraftwerk und zu einer großen Batterie werden“, geht der grüne Landesumweltminister Johannes Remmel das Vorhaben optimistisch an. Daher werde die Landesregierung für die Planung dieses weltweit einzigartigen Öko-Projektes zusammen mit dem Bund weitere 850 000 Euro bereitstellen, kündigte der Minister bei einem Besuch auf der Zeche Haniel an.

„Das ist sehr gut für Bottrop als Modellstadt der Innovation City“, freute sich Oberbürgermeister Bernd Tischler. „Dieses Vorhaben kann einen Beitrag zum ökologischen Umbau der Energieversorgung leisten“, sagte Tischler. Er finde es gut, dass die Landesregierung solche Projekte unterstütze. Denn sie bringe damit die Entwicklung der alten Bergbaustandorte voran und leiste zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz. „Es ist ein schönes Signal, dass die Untertage-Pumpspeicherkraftwerke gerade in der Innovation City weiterentwickelt werden sollen“, sagte der Oberbürgermeister. „Wir sind sehr sicher, dass wir die Ziele erreichen und den CO2-Ausstoß um fünfzig Prozent verringern werden“, kündigte Tischler mit Blick auf das Klimaschutzmodellprojekt an.

Tischler stufte das Vorhaben der RAG auch als große Chance für den Wandel der Bergbauregion insgesamt ein, zumal Professor Andre Niemann, federführend für das wissenschaftliche Konsortium, betonte: „Ein K.O-Kriterium gibt es nicht“. Das Bottroper Bergwerk sei gut geeignet, um ein 200-Megawatt-Speicherkraftwerk zu bauen, mit dem so viel Öko-Strom erzeugt und gespeichert werden könnte, um stundenweise bis zu 450 000 Haushalte damit zu versorgen.

Technische Fragen geklärt

Der Forscher sieht die technischen Fragen geklärt, zumal es für die Bergleute ein leichtes wäre, die benötigten Speicherbecken und die Kilometer langen Betonkanäle unter Tage zu bauen. „Für die Bergleute ist das sicher keine besondere Aufgabe“, sagte der Wissenschaftler. Skeptisch beurteilt Prof. Niemann aber die Finanzierung eines solchen Kraftwerks. „Wir wissen sehr genau, was es kosten wird, aber nicht, was es erlösen wird“, erklärte der Forscher. Das Bottroper Speicherkraftwerk würde 250 bis 300 Millionen Euro teuer werden.

Wegen hemmender Regulierungen auf dem Energiemarkt und der niedrigen Börsenpreise für Strom ist das Bottroper Projekt aber nicht wirtschaftlich. „Zurzeit ist es so, dass wir mit Speicherkraftwerken kein Geld verdienen können“, erklärte RAG-Vorstandsvorsitzender Bernd Tönjes. Die RAG hofft aber, dass sich die schlechten wirtschaftlichen Bedingungen mit dem Abbau von Überkapazitäten in Zukunft ändern.