Wenn Gartenarbeit zum heiß geliebten Traumberuf wird

Eigentlich wollte Svenja Komoßa studieren. Doch dann machte ihr die Arbeit an der frischen Luft so viel Spaß, dass aus einem Praktikum im Garten- und Landschaftsbau schließlich ein Beruf wurde.
Eigentlich wollte Svenja Komoßa studieren. Doch dann machte ihr die Arbeit an der frischen Luft so viel Spaß, dass aus einem Praktikum im Garten- und Landschaftsbau schließlich ein Beruf wurde.
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Wenn Svenja Komoßa ihre Arbeit tut, so strahlen ihre Augen mit der Frühlingssonne um die Wette. „Ein Bürojob wäre nichts für mich“, stellt die 32-Jährige fest. Svenja Komoßa ist Gärtnerin für Garten- und Landschaftsbau. Seit nunmehr zwölf Jahren ist dies ihr Traumberuf.

Wenn Svenja Komoßa ihre Arbeit tut, so strahlen ihre Augen mit der Frühlingssonne um die Wette. „Ein Bürojob wäre nichts für mich“, stellt die 32-Jährige fest. „Und gerade jetzt, wenn alle Knospen aufspringen und man keine Jacke mehr zum Arbeiten braucht, ist es wunderbar, einen Job an der frischen Luft zu haben.“ Svenja Komoßa ist Gärtnerin für Garten- und Landschaftsbau. Seit nunmehr zwölf Jahren ist dies ihr Traumberuf.

Dabei wollte Svenja Komoßa nach dem Abitur eigentlich studieren, schnupperte ins Bauingenieurwesen hinein. „Aber das war nicht für mich“, meint die Gärtnerin und schüttelt entschieden den Kopf. „Irgendwie war das alles unlogisch und nicht mein Ding.“

Dann wollte die damals 20-Jährige Landschaftsarchitektur studieren. Dafür war aber zuvor ein Praktikum im Garten- und Landschaftsbau erforderlich. „Es war gar nicht so einfach, eine Praktikumsstelle zu finden, denn die meisten Betriebe nahmen damals keine Frauen.“ Im Bottroper Garten- und Landschaftsbauunternehmen „Gartenlust“ fand die damalige Studentin den heiß ersehnten Praktikumsplatz - und blieb. „Die praktische Arbeit hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, jeden Tag war ich an der frischen Luft, und ich war schnell skeptisch, ob ich wieder im dunklen Hörsaal sitzen möchte. Also ließ ich das Studium sausen und verlängerte mein Praktikum auf ein Jahr.“ Zunächst, denn sogleich schloss sich die zweijährige Ausbildung an, dann die Gesellenjahre bei und mit „Gartenlust“.

Die Arbeit ist kreativ und abwechslungsreich

„Der Name der Firma, für die ich arbeite, ist gleichzeitig mein Motto. Zwölf Jahre arbeite ich nun schon als Gärtnerin und habe den Entschluss nie bereut“, so Komoßa. „Meine Arbeit ist kreativ und abwechslungsreich, wir sind ein fröhliches Team. Und am Ende eines jeden Tages sieht man, was man geschaffen hat.“ Natürlich sei sie dann am Abend oft „fix und foxi“, lacht die Gärtnerin.

Um Illusionen vorzubeugen, rät sie Schulabgängern, die sich für eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau interessieren, zu einem Praktikum. „So kann man schauen, ob man Spaß an der körperlichen Arbeit hat und wetterfest ist.“ Denn wetterfest müsse man als Gärtner/in schon sein. Svenja Komoßa: „Schließlich scheint nicht immer die Sonne. Man wird recht häufig auch klitschnass.“

Eigene Ideen fließen in die Arbeit ein

Zum Arbeitsalltag von Svenja Komoßa gehört nicht nur das Pflanzen von Blumen, Sträuchern und Bäumen, sondern auch Natursteinarbeiten, das Setzen von Trockenmauern, Pflastern von Wegen, Teich- und Holzterrassenbau - eine mitunter durchaus auch recht schwere Arbeit. „Manche Natursteinplatte wiegt ihre 48 Kilo, eine Blockstufe gar 158 Kilo“, erklärt die 158 cm kleine Gärtnerin. Aber entschlossen steht sie auch bei schweren Arbeiten „ihre Frau“. „Solche Gewichte sind auch für Männer nicht gerade leicht und zudem sind wir meist zu zweit oder dritt, können uns also helfen.“

Natursteinarbeiten sind wie Puzzeln ohne Bild

Svenja Komoßa liebt eigentlich alle Arbeiten, die zu ihrem Job gehören. „Gerade die Vielseitigkeit bringt den Reiz“, meint sie, fügt jedoch schmunzelnd hinzu: Das Schneiden von Hecken überlasse ich gerne Anderen...“ Sie schätzt auch sehr, dass sie eigene Ideen in die Arbeit einbringen kann und diese so viele kreative Aspekte hat. „Gerade Natursteinarbeiten sind wie Puzzeln ohne Bild“, so die 32-Jährige. „Zudem ist jeder Stein anders, hat sein eigene Gesicht.“ Und natürlich darf man als Gärtnerin auch nicht zimperlich sein: „Klar gibt’s mal blaue Flecken oder auch nen verstauchten Finger. Das tut dem Spaß aber keinen Abbruch!“ Bei so viel Gartenarbeit tagein tagaus, müsse der eigene Garten jedoch zurückstehen, gibt die Gärtnerin zu: „Da geht’s seit Jahren nur in kleinen Schritten voran.“

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