Weniger Rücksicht auf Autoverkehr

Matthias Düngelhoff
Neue Konzepte für den Verkehr mahnen erste Ideen des Masterplan Innovation City an.
Neue Konzepte für den Verkehr mahnen erste Ideen des Masterplan Innovation City an.
Foto: WAZ FotoPool
Erste Ideen für den Masterplan Innovation City vorgestellt. Da heißt es unter anderem, dass die Interessen des Individualverkehrs nicht mehr die Hauptrolle spielen sollten. Stattdessen sollten Bedürfnisse von Fußgängern, Radfahrern und ÖPNV berücksichtigt werden.

Bottrop. Der Masterplan für Innovation City, also sozusagen die Gebrauchsanleitung, sie nimmt Gestalt an. Wie berichtet hat das Planungsbüro Albert Speer und Partner (AS & P) die Federführung übernommen und erste Zwischenergebnisse werden derzeit vorgestellt. Dabei üben die Planer auch Kritik am bisherigen Stand des Projekts. So hätten „Projektbekanntheit und Projektsympathie nach der Anfangseuphorie vielerorts nachgelassen“. Das zu ändern, die Bevölkerung wieder mitzunehmen, sei ein Aspekt für das Gelingen des Projekts.

Fehlende Leuchttürme

Außerdem fehle es derzeit noch an „Leuchtturmprojekten“, die für Innovation City stehen und die vorzeigbar sind. Gleichzeitig dürften darüber die Basisprojekte nicht vernachlässigt werden, „denn diese Breite macht sich nachher bei der CO-2-Einsparung bemerkbar“, so Michael Denkel von AS & P in der Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschuss am Mittwoch.

In ihren Ideen scheuen die Entwickler des Plans auch vor unpopulären Empfehlungen nicht zurück. Das wurde am Donnerstag im Bau- und Verkehrsausschuss deutlich. Dort legte AS & P-Vertreter Michael Dinter ein Hauptaugenmerk auf den Bereich „Mobilität“. Vor allem an Fußgänger und Radfahrer sollten zukünftig bei der Verkehrsplanung gedacht werden, nicht unbedingt an den Individualverkehr, also den einzelnen Autofahrer.

Zum Vergleich griff Dinter gar auf London zurück. Die britische Hauptstadt sei inzwischen dazu übergegangen, in der Verkehrsplanung zunächst Bedürfnisse der Fußgänger, dann der Radfahrer und des ÖPNV und zum Schluss erst die des Individualverkehrs zu berücksichtigen. Gar vom „Rückbau“ von Straßen zugunsten von Fußgängern und Radfahrern war in seiner Präsentation die Rede.

An dem Punkt machte sich Unruhe unter einigen Ausschussmitgliedern breit. Das sei, so die Befürchtung, nur schwer vermittelbar. Außerdem, so die Mahnung, sei das auch eine Kostenfrage. Dinter erläuterte, das mit Rückbau nicht unbedingt kostspielige Bauarbeiten gemeint seien. Außerdem gehe es ja auch darum, Visionen zu entwickeln, die vielleicht nicht in zehn Jahren sondern auch darüber hinaus noch umgesetzt werden. Das sei sicherlich ein langfristiges Ziel.

Grundsätzlich ist das Leitziel des Masterplans, die CO-2-Emmissionen um 50 Prozent zu reduzieren. Gleichzeitig, so die Planer, müsse das Projekt aber auch die Lebensqualität der Einwohner in der Stadt verbessern.