Wege des Unsichtbaren im Jüdischen Museum

Paul Celans „Todesfuge“ hallt durch das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten. Sie durchdringt den ganzen Raum und erreicht den Besucher ganz tief im Inneren. Das Gedicht ist das Hauptmotiv in den Bildern des jüdischen Künstlers Yury Kharchenko, die zur Zeit im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten zu sehen sind - das auch Exponate Bottroper jüdischer Bürger birgt.

Celans Verse tauchen immer wieder in Kharchenkos Gemälden auf: Mal sind einzelne Verse, mal ganze Strophen handschriftlich in den Werken eingebunden, auch der bekannte Ausschnitt „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau / er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau“.

87 Bilder Kharchenkos hängen zwischen Thorarollen und Kidduschbechern, Channukka –Leuchtern und anderen jüdischen Kultusgegenständen. Der 1986 in Moskau geborene Künstler wuchs in Dortmund auf und thematisiert genau wie Paul Celan die jüdische Religion, wobei er sich im Gegensatz zum Lyriker nicht allein auf die dunklen Seiten der jüdischen Geschichte beschränkt.

Suche nach der religiösen Identität

In seinen Bildern geht es um die Suche nach der religiösen Identität, um das Woher und Wohin des Menschen. Fragen, die sich vielleicht jeder einmal im Leben stellt, und die Kharchenko in mächtigen Farbkompositionen festhält. Seine Kompositionen aus leuchtenden und dunklen Farben, erinnern zum Teil an den amerikanischen Expressionismus des frühen 20. Jahrhunderts.

 
 

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