Wasserwerk warnt vor chemischer Keule gegen Unkraut

Unkraut , wie die Distel findet immer einen Weg und ist bei Gärtnern nicht beliebt
Unkraut , wie die Distel findet immer einen Weg und ist bei Gärtnern nicht beliebt
Foto: WAZ FotoPool
RWW Wasserdienstleister gibt Tipps, wie man Unkräuter los wird, ohne Wasser und Umwelt zu gefährden. Der Einsatz von Totalherbiziden schadet der Umwelt und ist auf vielen Flächen verboten. Ein Verstoß kann als Ordnungswidrigkeit mit empfindlichen Geldbußen bis zu 50 000 Euro geahndet werden.

Bottrop..  Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unterliegt strengen gesetzlichen Regelungen. Darauf weist die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW) hin. Der Wasserdienstleister gibt Tipps, wie man Unkräuter los wird, ohne Wasser und Umwelt zu gefährden.

Als umweltfreundliche Alternativen zur „chemischen Keule“ bieten sich an: das klassische Zupfen, Fugenkratzen mit Hacke, Messer oder Spezialgerät, ein fester Besen und heißes Wasser, Bürstengeräte, Hochdruckreiniger, Abflämmgeräte oder Infrarot-Handgeräte.

Im Interesse der Reinhaltung des Lebensmittels Wasser ruft RWW dazu auf, auf den Einsatz von Totalherbiziden zu verzichten. „Wir appellieren an die Einsicht der Bürger“, erläutert Geschäftsführer Dr. Franz-Josef Schulte. „Unser Wasser allein aus ästhetischen Gründen durch die Ausbringung von Herbiziden zu gefährden, muss von uns allen und der Umwelt teuer bezahlt werden. Denn je belasteter die Gewässer, desto teurer und aufwändiger die Aufbereitung“, erklärte Schulte. Beim Einsatz von Totalherbiziden auf befestigten, versiegelten Flächen könne der Wirkstoff direkt oder über die Kanalisation in ein Gewässer gelangen. Dies erschwere die Nutzung dieser Gewässer für die Trinkwassergewinnung und stelle einen schädlichen Eingriff in den Naturhaushalt dar. Deshalb ist nach dem Pflanzenschutzgesetz die Anwendung auf allen Freilandflächen untersagt, die nicht gärtnerisch, land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden.

Das Verbot gilt auch für alle Wege und Plätze rund ums Haus. Ein Verstoß kann als Ordnungswidrigkeit mit empfindlichen Geldbußen bis zu 50 000 Euro geahndet werden. Auch der Einsatz diverser „Hausmittelchen“ ist auf den genannten Flächen zur Unkrautbekämpfung untersagt. Hierunter fallen zum Beispiel Essigsäure, Salz, Haushaltsreiniger und Pflanzenschutzmittel, die nicht mit „biologisch abbaubar“ gekennzeichnet sind.

Tipp: Informationsmaterial zum Download gibt es auf der Seite www.wasser- und-pflanzenschutz.de

 

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