„Vorsorge hätte mir Vieles erspart“

Chefarzt Dr. Michael Jakob und seine Patientin Hildegart Rupieper.
Chefarzt Dr. Michael Jakob und seine Patientin Hildegart Rupieper.
Foto: Winfried Labus / FotoPool
Beim WAZ-Medizin-Forum im Marienhospital stand das Thema Darmkrebs, seine Vermeidung und Behandlung im Mittelpunkt. Eine Patientin beeindruckte.

Bottrop..  Dass das Thema Darmkrebs-Vorsorge kein angenehmes, aber ein äußerst wichtiges ist, machte Dr. Friedrich Schorr gleich zu Beginn des WAZ-Medizin-Forums im Marienhospital deutlich. Der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie weiß, dass sich viele Menschen vor einer Darmspiegelung fürchten. Doch vor den Gästen des Forums am Donnerstagabend konnte er solche Bedenken zerstreuen. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Früherkennung alternativlos ist.

Nachhaltig

„Darmkrebs-Vorsorge ist deshalb so wichtig, weil sie ausgesprochen effektiv ist“, erklärte Schorr. Der Krebs wachse langsam. Seine Vorstufen ließen sich gut erkennen und unter Narkose sehr effektiv und nachhaltig entfernen. Deshalb gelte die Faustregel: Je früher Vorstufen von Darmkrebs erkannt werden, desto größer die Vermeidungs- und Heilungschancen.

Schorr wies daraufhin, dass die Krankenkassen die Kosten für die Beratung und Darmspiegelung bei Menschen ab 55 Jahren übernehmen, seitdem Studien nachgewiesen haben, dass ab dem 50. Lebensjahr das Risiko einer Darmkrebserkrankung wächst. „Bislang nutzt das Angebot leider nur jeder Fünfte dieser Altersgruppe.“

Mussten sich Patienten noch vor kurzem erheblich überwinden, bis zu sechs Liter einer übelschmeckenden Flüssigkeit zur Darmvorbereitung zu trinken, so ist auch dies inzwischen deutlich verbessert worden. „Heute geben wir einen Liter einer weit angenehmer schmeckenden Flüssigkeit, die von einem Liter Getränk nach eigener Wahl ergänzt wird.“ Diese Prozedur werde dann später noch einmal wiederholt.

Operativer Eingriff

Ist es bereits zu Darmkrebs gekommen, bestehen nach den Erfahrungen von Dr. Michael Jakob, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, gute Heilungschancen durch einen tieferen Eingriff, der nur eine kleine Narbe hinterlässt. Er zeigte auf, dass der häufig befürchtete künstliche Darmausgang (Stoma) nicht bei jeder Operation erforderlich wird und wenn, dann zumeist eine vorübergehende Lösung sei. Das Stoma könne entfernt werden, sobald der operierte Darm wieder verheilt ist.

Jakob stellte seine Patientin Hildegard Rupieper vor. Die 75-Jährige war erst vor wenigen Tagen operiert worden. Überaus lebhaft und frei von Beschwerden beschrieb sie dem Publikum: „Ich war immer ein Vorsorge-Muffel und habe mich vor den Untersuchungen gedrückt.“ Dann kam die Diagnose Darmkrebs - eine Welt brach zusammen. „Und jetzt geht’s mir wieder gut. Ich bin der Beweis dafür, dass es funktioniert.“ Rückblickend auf ihre Erfahrungen riet auch sie dringend zur Vorsorgeuntersuchung. „Damit hätte ich mir Vieles erspart.“

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