Vor 40 Jahren: Spatenstich für den Schacht 10

Im Laufe der Jahrzehnte besuchten  viele Politiker wie hier Frank-Walter Steinmeier (3.v.li.) Schacht 10 auf Prosper Haniel.
Im Laufe der Jahrzehnte besuchten viele Politiker wie hier Frank-Walter Steinmeier (3.v.li.) Schacht 10 auf Prosper Haniel.
Foto: Friedhelm Wessel
  • Es war ein kalter Wintertag, als 1976 der erste Spatenstich in die Kirchheller Heide fuhr
  • Bis 1981 wurde hier an der neuen Seilfahrt- und Materialschachtanlage gebaut
  • Unser Autor begleitete das Geschehen bis heute und berichtet aus persönlicher Sicht

Bottrop..  An den 1. Spatenstich für den neuen Schacht 10 in der Kirchheller Heide erinnere ich mich genau. Es war die erste Großveranstaltung, die ich nach meinem Wechsel von Gelsenkirchen nach Bottrop journalistisch begleiten durfte. Es sollten noch viele Besuche in den weiteren 40 Jahren auf den Schachtanlagen Prosper IV und V folgen.

Es war ein kalter Wintertag, als der damalige Bergwerksdirektor Hanns Ketteler und Oberbürgermeister Ernst Wilczok am 7. Dezember 1976 die Spaten in den Kirchhellener Heideboden stießen. Damals konnte ich nicht glauben, dass hier am Rande des riesigen Waldgebietes mal ein Außenposten des letzten Revier-Pütts stehen würde.

Neugierige Journalistenleute

Ansprechpartner in den Abteufjahren des Schachtes war Ottmar Panek. Er war die gute Seele der neuen Anlage und er begleitete die neugierige Journalistenmeute auch in den über 1000 Meter tiefen Schacht.

Ich war also dabei, als der erste. und der letzte Kübel des neuen Pütts, der nur als Material- und Seilfahrtschacht geplant war, gezogen wurde. Nach dem Abbau des Teufgerüstes gaben hier zunächst die Stahlbauer den Ton an und stellten das neue Wahrzeichen, das Schachtgerüst, am Alten Postweg auf. Es folgten weitere Besuche auf dem Heidepütt, und die ersten Besuchergruppen gaben sich hier bald ein Stelldichein. So erinnere ich mich an Bischof Franz Hengsbach und die Kabarettisten Horst Schroth oder an Moderator Rangar Yogeshwar. Auch eine Gruppe Junger Christen, die ein großes Holzkreuz durch Deutschland trugen und es zur sechsten Sohle des Pütts brachten, begleitete ich. An die Aufstellung einer Barbarafigur unter Tage erinnere ich mich ebenfalls gerne.

Eine „Sonderschicht“ verfuhr ich dann im Juli 2009 auf der Anlage, als ich zusammen mit dem damaligen Bergwerksdirektor Dr. Heinz-Werner Voss und dem ehemaligen RAG-Gesamtbetriebsrat und späteren Personaldirektor Klaus Hüls, meine Bergbau-Anekdoten „. . . denn sie tragen das Leder vor dem Arsch“ dort vorstellen durfte.

Hochbetrieb am Füllort

Als dann die 7. Sohle, nach dem Tieferteufen auf rund 1200 Meter, offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, fuhr auch ich ein. Im neuen Füllort herrschte Hochbetrieb, ranghohe Vertreter der Ruhrkohle, der DSK, der RAG-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ludwig Ladzinski und etliche Politiker, darunter Bottrops OB Bernd Tischler, nahmen an der Zeremonie teil. Dort traf ich im Mai 2011 auch die ehemaligen Werksleiter Dr. Hans-Werner Voss, Jürgen Eickhoff und Wolfram Zilligen.

Im Laufe der vergangenen 40 Jahre habe ich vor dem Teuf- , später vor dem eigentlichen Schachtgerüst unzählige Besuchergruppen abgelichtet und Gespräche geführt. Nun hoffe ich, dass ich auch dabei bin, wenn es Ende 2018 letztmalig „Glückauf“ heißt.

 
 

EURE FAVORITEN

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.
Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.

Beschreibung anzeigen