Vandalen zerstören erneut den Kreuzweg zur Halde Haniel

Stephanie Weltmann und Matthias Düngelhoff
Graffiti und – teils obszöne – Schmiererein haben rücksichtslose Zeitgenossen auf dem Kreuzweg hinterlassen.
Graffiti und – teils obszöne – Schmiererein haben rücksichtslose Zeitgenossen auf dem Kreuzweg hinterlassen.
Foto: privat
Erst vor wenigen Wochen – vor dem Karfreitags-Kreuzweg – war er aufwendig restauriert worden. Jetzt sind acht Stationen erneut verwüstet. Beim Bergwerk Prosper-Haniel sind die Verantwortlichen fassungslos und „traurig“. Jetzt soll der Bischof helfen, so die Hoffnung der Oberhausener und Bottroper Katholiken.

Bottrop. Wenige Wochen, nachdem die 15 Stationen des Kreuzweges an der Halde Haniel nach massiver Zerstörung aufwendig saniert worden waren, haben Unbekannte acht Stationen nun erneut verwüstet. Ratlos reagiert Michael Sagenschneider, Sprecher des Bergwerks Prosper-Haniel, auf den erneuten Vandalismus-Fall. „Unser Ziel war es immer, den Kreuzweg zu erhalten.“ Ob das künftig gelingen kann, stellte er in Frage. Zumal der Kreuzweg gerade erst zur Karfreitags-Prozession wieder hergerichtet worden war, nachdem seinerzeit bereits Vandalen zugeschlagen hatten. Zuletzt hatten ihn Azubis der RAG in rund 800 Arbeitsstunden hergerichtet (die WAZ berichtete). Es sei „traurig“, so Sagenschneiders erste Reaktion.

Fassungslosigkeit angesichts der Zerstörungswut

Der Katholikenrat der Stadt Oberhausen ist fassungslos angesichts der Zerstörungswut, er ruft Bischof Franz-Josef Overbeck zur Hilfe auf. Plexiglasschreiben haben die Täter eingeworfen, Holzrahmen beschädigt und Kupferbilder mit Graffiti beschmiert. Der Katholikenrat hat bereits Anzeige erstattet. „Wir sind tief getroffen von der sinnlosen wiederholten Beschädigung des Kreuzweges und dem absolut fehlenden Respekt vor religiösen Symbolen“, sagen Thomas Gäng und Hermann-Josef Schepers vom Katholikenrat der Nachbarstadt.

Entdeckt wurden die Schäden ausgerechnet bei einem Rundgang, der am Anfang eines geplanten Sicherheitskonzepts für die Halde stehen sollte. Schepers hatte eine Sicherheitsfirma zum Ortstermin eingeladen. Im Mai wollte das Bistum alle Beteiligten zu einem Treffen einladen – dies, so sagen Gäng und Schepers, sei nun notwendiger denn je. „Wenn wir jetzt nichts unternehmen, haben wir bald keinen Kreuzweg mehr.“